Mit heiler Haut durch den Winter

Mit einer trockenen, spröden, geröteten Haut – oftmals verbunden mit Juckreiz, einem Spannungsgefühl und Schuppenbildung – haben in dieser Jahreszeit viele zu kämpfen. Mit der richtigen Pflege und dem richtigen Schutz lässt sich dies vermeiden.

Es sind vor allem die trockene Heizungsluft und die niedrigen Temperaturen, welche dem größten menschlichen Organ, nämlich der Haut, zu schaffen machen. „Bei trockener warmer Innenluft gibt die Haut vermehrt Feuchtigkeit ab“, weiß Dr. Verena Kagel, Dermatologin bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Sie ergänzt: „Draußen leidet die Haut auf andere Weise: Bei Kälte wird sie schwächer durchblutet und produziert ihren natürlichen Fettfilm, der sie geschmeidig hält, nur eingeschränkt nach.“

Deshalb empfiehlt die BGW, die Haut besonders zu schützen, indem sie richtig eingecremt und schonend gereinigt wird. Zudem ist es hilfreich, nicht abgedeckte Hautstellen wie die Hände zum Beispiel mit Handschuhen vor Kälte zu schützen. Um der Reduktion des natürlichen Fettfilms der Haut im Winter entgegenzuwirken, empfehlen Gesundheitsexperten, Hautcremes und -lotionen mit einem höheren Fettanteil zu benutzen.

Fetthaltige Creme schützt

Andreas Hott, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz e.V. – LAV, erläutert: „Nur Feuchtigkeit zuzuführen, genügt im Winter nicht. Es kann sogar der Haut schaden und im Extremfall zu Erfrierungen führen. Darum gibt es so etwas wie Wintercremes. Darunter versteht man deutlich fetthaltigere Hautpflegeprodukte, die auf einer Wasser-in-Öl-Basis beruhen. Das bedeutet, dass das Wasser in einer öligen Basis fein verteilt ist.“

„Stärker rückfettende Präparate erkennt man daran, dass sie nur langsam einziehen und einen Fettfilm auf der Haut hinterlassen“, weiß Dr. Kagel. Die Expertin der BGW rät außerdem zu Pflegeprodukten, welche die Feuchtigkeit, beispielsweise mithilfe von Urea (Harnstoff) in der Haut binden. Wer allerdings eine besonders fettige Haut oder Probleme mit Akne hat, sollte bei seiner gewohnten Pflege bleiben.

Christoph Gulde, der Vizepräsident des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg e.V. betont, dass vor allem auch reifere Haut im Winter zu schützen ist, da diese durch alterungsbedingte Prozesse dünner und trockener ist. Er ergänzt: „Im Gesicht sind besonders die Augen- und Lippenpartie sehr empfindlich.“ Sie sollten dementsprechend versorgt werden, dennoch genügt es nicht, nur das Gesicht einzucremen. Auch die Hände, der Hals und das Dekolleté – also jene Partien, die der kalten Luft oftmals besonders ausgesetzt sind –, sollten nicht vergessen werden.

PH-neutral reinigen – vor Kälte schützen

„Generell sollte man aber das Gesicht im Winter nicht mit zu viel Creme überversorgen. Es genügt, die reichhaltige Pflege morgens und abends anzuwenden“, so Gulde. Wer unter Allergien oder Hauterkrankungen leidet, muss im Winter besonders auf die Pflege der Haut achten. Hier können spezielle Produkte notwendig sein, die zum Teil vom Hautarzt zu verschreiben sind, da eine bereits geschädigte Haut bei Kälte und trockener Luft leicht zu Entzündungen und offenen Stellen neigt.

Dr. Kagel weist auf den Vorteil einer pH-hautneutralen Waschlotion hin, denn eine normale Seife trocknet die Haut zusätzlich aus. Verzichten sollte man auch auf lange heiße Vollbäder. „Heißes Wasser schädigt die natürliche Schutzschicht der Haut besonders stark“, so Dr. Kagel und ergänzt: „Schaumbäder verstärken die Austrocknung noch.“ Statt eines heißen Vollbads empfiehlt sie eine Dusche, wobei das anschließende Eincremen nicht vergessen werden sollte. Zudem ist es wichtig, die Haut bereits bei niedrigen Plusgraden zu schützen, denn die Fettproduktion nimmt dann bereits ab.

„Deshalb sollte man auch dann schon Handschuhe tragen. Das hilft der Haut, ihren natürlichen Schutzfilm intakt zu halten“, betont Dr. Kagel. Positiv beeinflussen kann man die Haut außerdem durch ein gutes Raumklima mit einer Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Ferner raten Gesundheitsexperten zu einer ausreichenden täglichen Flüssigkeitsaufnahme. So sollte man mindestens zwei Liter pro Tag trinken. Dadurch kann der Körper den durch Kälte, Wind und trockene Heizungsluft verursachten Flüssigkeitsverlust besser ausgleichen.(verpd)

 

 

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