Das müssen Arbeitnehmer im Krankheitsfall beachten

Achtung Krankheit

Arbeitnehmer sind im Krankheitsfall in gewissem Maße vor Einkommenseinbußen geschützt. Dazu müssen sie jedoch bestimmte Vorgaben einhalten. Allerdings ist der Schutz auch dann zeitlich und der Höhe nach begrenzt.

Ein Arbeitgeber muss einem Arbeitnehmer, der infolge eines Unfalles oder einer Krankheit arbeitsunfähig ist, für sechs Wochen beziehungsweise 42 Kalendertage dessen Gehalt weiterzahlen, wenn der Arbeitnehmer mindestens seit vier Wochen bei ihm beschäftigt war. Dies gilt auch für geringfügig Beschäftigte wie Mini-Jobber. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber unverzüglich, am besten zu Beginn des ersten Tages, an dem er krankheitsbedingt nicht arbeiten kann, über seine Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer informiert. Weiterlesen

Schutzschirm für Freizeitsportler

Freizeitsport

Wer sich in seiner Freizeit sportlich betätigt und dabei verunfallt, steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Und auch sonst reicht die gesetzliche Absicherung in der Regel nicht aus, um zum Beispiel die durch einen schweren Unfall mit einem bleibenden Gesundheitsschaden entstehenden Einkommenseinbußen und sonstigen Kosten, wie Umbaukosten, abzudecken. Finanziellen Schutz bieten jedoch diverse private Versicherungslösungen.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ereignet sich jeder neunte bei Unfallversicherern gemeldete Unfall beim Sport. Fußball hat dabei mit 37 Prozent der gemeldeten Sportunfälle die höchste Unfallrate aller Sportarten. Danach folgen der Skisport mit 23 Prozent sowie sonstige Sportarten ohne Ballspiele wie Joggen oder Surfen mit ebenfalls 23 Prozent, sonstige Sportarten mit Ballspielen, beispielsweise Tennis, Hand- oder Volleyball mit zwölf Prozent und Reitsport mit vier Prozent.

Besonders häufige Sportverletzungen sind Bänder- und Muskelrisse, Gelenksverletzungen, Zerrungen, Verstauchungen, Knochenbrüche, Quetschungen und Prellungen. Zum Teil sind langwierige Heilbehandlungen nötig, was eine längere Arbeitsunfähigkeit mit sich bringt. Und nicht immer heilt eine Unfallverletzung komplett ab. Bleibt ein dauerhafter Gesundheitsschaden, kann das dazu führen, dass der Verunfallte seinen Beruf nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr ausüben kann und/oder Umbaumaßnahmen für eine behindertengerechte Wohnung vornehmen muss.

Gesetzliche Absicherungslücken bei längerer Arbeitsunfähigkeit …

Der Betroffene kann sich allerdings nicht darauf verlassen, dass die dadurch entstehende Einkommensminderung und die Mehrkosten gesetzlich ausreichend abgesichert sind. Denn im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung besteht zum Beispiel keine Absicherung bei Unfällen während Freizeitaktivitäten wie Sport.

Zudem decken auch die sonstigen Sozialversicherungen wie die gesetzliche Kranken– und Rentenversicherung, nicht alles ab. Wer beispielsweise als Arbeitnehmer nach einem Freizeitunfall länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist, erhält von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für maximal 78 Wochen 70 Prozent des Bruttolohns, höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens.

Gut verdienende Angestellte müssen mit noch höheren finanziellen Einkommenseinbußen rechnen, da die GKV für die Höhe des gesetzlichen Krankengeldes maximal das Einkommen bis zur Beitragsbemessungs-Grenze (monatlich 4.350 Euro in 2017) berücksichtigt. Das Gehalt oberhalb dieser Grenze wird nicht miteinbezogen.

… oder einer unfallbedingten Invalidität

Kann aufgrund einer unfallbedingten Invalidität der bisherige Beruf dauerhaft nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr ausgeübt werden, haben Betroffene, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, keinen Anspruch auf eine entsprechende Rente der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV). Nur wer nicht in der Lage ist, sechs oder mehr Stunden am Tag irgendeine Erwerbstätigkeit auszuüben, bekommt, sofern die versicherungs-rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente.

Doch selbst wenn man Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente hat, ist sie in der Regel deutlich niedriger als das bisherige Gehalt und reicht oft nicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Wer nicht gesetzlich rentenversichert ist, wie Kinder, Hausmänner oder -frauen sowie zahlreiche Selbstständige erhält im Falle einer Erwerbsminderung keine Leistungen aus der GRV.

Umfassender Rundumschutz

Um diese Absicherungslücken zu schließen, bieten die privaten Versicherer private Unfall-, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeits-Versicherungen, eine Krankentagegeld-Police oder auch eine Invaliditäts-Versicherung für Kinder an. Eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeits-Police sowie eine Krankentagegeld-Versicherung ist für Selbstständige sogar existenziell, da sie in der Regel selbst für ihre komplette Einkommensabsicherung im Falle einer Krankheit oder eines Unfalls sorgen müssen.

Bei den privaten Versicherungspolicen kann der jeweilige Versicherungsschutz den Bedürfnissen und Wünschen des Einzelnen angepasst werden. In einer privaten Unfallpolice, die im Gegensatz zum gesetzlichen Unfallschutz rund um die Uhr und weltweit gilt, ist zum Beispiel die Kapital- und/oder Rentenzahlung im Invaliditätsfall frei wählbar.

Übrigens: Mitglieder in einem Sportverein sind normalerweise über den jeweiligen Landessportverband oder über eine eventuell bestehende Unfallpolice des Vereins abgesichert. Allerdings ersetzt dies nicht die private Vorsorge, denn zum einen sind die Leistungen oft nur für besonders schwere Fälle ausgelegt. Zum anderen sind hier ausschließlich Unfälle versichert, die im direkten Zusammenhang mit dem Vereinssport stehen, sportliche Aktivitäten außerhalb des Vereins sind somit nicht versichert. (verpd)

Dürfen kranke Mitarbeiter zum Gespräch zitiert werden?

kranke Mitarbeiter

Das Bundesarbeitsgericht hatte darüber zu entscheiden, ob Beschäftigte während der Zeit einer Krankschreibung dazu verpflichtet sind, auf Verlangen ihres Arbeitgebers an einem Personalgespräch teilzunehmen. Weiterlesen

Grundlegendes für Praktikanten und deren Arbeitgeber

Praktikanten

Zahlreiche Schüler und Studenten müssen im Rahmen ihres Unterrichts oder Studiums Praktika absolvieren, um neben der theoretischen Ausbildung auch praktische Kenntnisse zu erwerben. Doch auch ein freiwilliges Praktikum kann dem Einzelnen bei der Suche nach dem richtigen Beruf wichtige Einblicke in die jeweilige Berufstätigkeit und Aufschlüsse über die persönliche Eignung geben. Was Arbeitgeber und angehende Praktikanten über dieses besondere Arbeitsverhältnis wissen sollten.

Um Probleme zu vermeiden, ist es für angehende Praktikanten wie auch für die Anbieter von Praktikumsstellen wichtig zu wissen, welche gesetzlichen Rechte und Pflichten beispielsweise hinsichtlich der Entlohnung zu berücksichtigen sind. Zwar haben Praktikanten hierzulande in einigen Bereichen die gleichen Rechte und Pflichten wie Arbeitnehmer, allerdings nicht in allen.

So gelten auch für Praktikanten die gleichen allgemeinen arbeitsschutz-rechtlichen Gesetze und Bestimmungen im Hinblick auf die Arbeitszeit und den Unfallschutz am Arbeitsplatz wie für normale Arbeitnehmer. Anders sieht es jedoch bei der Entlohnung aus.

Wann Praktikanten ein Lohn zusteht

So haben alle Praktikanten unter 18 Jahren keinen gesetzlichen Anspruch auf einen (Mindest-)Lohn, Dies gilt auch für Praktikanten, egal wie alt sie sind, wenn das Praktikum laut Vereinbarung kürzer als drei Monate ist. Auch keinen Lohnanspruch haben alle, die ein Pflichtpraktikum, also ein im Rahmen der Schule, Ausbildung oder Studium vorgeschriebenes Praktikum, oder ein Praktikum, das zur Einstiegsqualifizierung nötig ist, absolvieren.

Jedem Praktikanten, der 18 Jahre oder älter ist und der mindestens drei Monate oder länger ein freiwilliges Praktikum absolviert, steht jedoch der Mindestlohn ab dem ersten Arbeitstag zu. Grundsätzlich dürfen Praktikanten, die noch keine 18 Jahre alt sind, gemäß dem Arbeitszeitgesetz und dem Jugendarbeitsschutz-Gesetz (JarbSchG) – insbesondere nach Paragraf 8 JarbSchG – nicht mehr als fünf Tage und nicht über 40 Stunden in der Woche arbeiten. Unabhängig vom Alter des Praktikanten sind sie im Rahmen ihres Praktikums gesetzlich unfallversichert.

Dazu muss der Praktikant je nach Praktikumsart entweder über den Arbeitgeber oder die Schule beziehungsweise (Fach-)Hochschule beim entsprechenden Unfallversicherungs-Träger angemeldet werden. Die Versicherungsbeiträge dafür sind je nach Praktikumsart entweder vom Arbeitgeber oder von der öffentlichen Hand, auf keinen Fall jedoch vom Praktikanten selbst zu entrichten. Grundsätzlich muss ein Praktikant im Praktikum die Unfallverhütungs-Vorschriften sowie sonstige Betriebsordnungen, wie sie für die anderen Arbeitnehmer des Arbeitgebers gelten, einhalten.

Wo Plätze für Praktikanten angeboten werden

Unter bestimmten Umständen stehen einem Praktikanten ein Urlaubsanspruch und/oder eine Entlohnung zu, andererseits kann er auch der Sozialversicherungs-Pflicht unterliegen und muss bei einer gewollten vorzeitigen Beendigung des Praktikums gewisse Kündigungsmodalitäten einhalten. Umfangreiche Hintergrund-Informationen zum Thema Praktikum für Schüler, Studenten und Arbeitgeber bieten dieIndustrie und Handelskammern im Webportal www.ihk-praktikumsportal.de.

Unter anderem gibt es hier eine Suchfunktion nach angebotenen Praktika im In- und Ausland. Auch im Internetauftritt der Bundesagentur für Arbeit kann nach Praktikastellen im In- oder Ausland gesucht werden. Relativ aktuell, bis auf das Thema Entlohnung – den Mindestlohn, der zum Teil auch für Praktikanten gilt, gibt es seit 2015 –, ist die 60-seitige Broschüre „Praktika – Nutzen für Praktikanten und Unternehmen“ der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände aus dem Jahr 2011.

Auf dem neuesten Stand hingegen ist die downloadbare Broschüre „Rechte und Pflichten im Praktikum“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Informationen rund um Auslandspraktika enthält der Webauftritt der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB) sowie deren 130-seitige Broschüre „Wege ins Auslandspraktikum“. (verpd)

Speziell zum Thema Auslandsprktikum bieten wir Ihnen unter diesem Link Versicherungsschutz an  https://www.travelsecure4students.de/?partnerid=1-8-443

Weitere Informationen rund um den Versicherungsschutz von Praktikanten finden Sie auch auf unseren Seiten unter www.beraterseite.de

Kann Müdigkeit den Arbeitsplatz kosten?

Kann Müdigkeit den Job kosten

Wer an seinem Arbeitsplatz einschläft, darf in der Regel erst dann entlassen werden, wenn er zuvor wegen eines gleichen Verstoßes abgemahnt wurde. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Köln hervor (Az.: 7 Ca 2114/14).
Eine Frau war als Stewardess im Bordservice einer Eisenbahngesellschaft tätig, als sie eines Tages kurz nach Dienstantritt in einem Dienstabteil einschlief. Sie wachte erst nach siebenstündiger Fahrt auf und widmete sich dann für vier Stunden ihrer Arbeit. Gegenüber dem Zugchef und der Leiterin des Bordrestaurants hatte sie bei Dienstantritt zwar über Unwohlsein geklagt, sich jedoch nicht förmlich krankgemeldet.
Um sich auszuruhen, begab sie sich nach Rücksprache mit ihrer Chefin in ein Dienstabteil, wobei sie darum gebeten hatte, bei Bedarf gerufen zu werden. Das war jedoch nicht geschehen. Ihr Arbeitgeber nahm den Vorfall zum Anlass, der Frau zu kündigen. Er wertete den Vorfall als Arbeitsverweigerung, zumal die Angestellte bereits zuvor wegen Verschlafens des Dienstbeginns schon zweimal abgemahnt worden war.

Kündigung wegen Müdigkeit unverhältnismäßig

Mit ihrer gegen ihre Entlassung eingereichten Kündigungsschutzklage hatte die Stewardess Erfolg. Die Bahngesellschaft wurde vom Kölner Arbeitsgericht dazu verurteilt, die Klägerin weiterzubeschäftigen. Nach Ansicht des Gerichts war es unverhältnismäßig, dass die Klägerin wegen ihres Einschlafens entlassen werden sollte. In so einem Fall hätte nämlich das mildere Mittel einer Abmahnung ausgereicht. Eine Abmahnung hatte der Arbeitgeber jedoch nicht ausgesprochen.
Auch die Tatsache, dass die Klägerin bereits zweimal wegen des Verschlafens ihres Dienstbeginns abgemahnt worden war, reicht nach Meinung des Gerichts nicht aus. Denn ein Verschlafen vor Dienstbeginn und ein Einschlafen am Arbeitsplatz seien nicht miteinander vergleichbar. Es sei im Übrigen nicht nachvollziehbar, wieso niemand nach der kranken Klägerin geschaut und sie geweckt habe.
Die Frage, ob die Klägerin ihre arbeitsvertraglichen Pflichten verletzt hat, als sie sich am Tag des Geschehens nicht förmlich krankmeldete und auch keine rückwirkende Krankmeldung einreichte, ließ das Gericht offen. Denn auch das wäre allenfalls ein Grund für eine Abmahnung, nicht jedoch für eine Entlassung gewesen.

Sein Recht wahrnehmen – nicht nur bei Kündigung wegen Müdigkeit

Wie das Urteil zeigt, kann es für einen Arbeitnehmer durchaus sinnvoll sein, sich gegen eine nach eigener Meinung ungerechtfertigte Kündigung des Arbeitgebers gerichtlich zu wehren.
Allerdings müssen bei einem Arbeitsrechtsstreit Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der ersten Instanz die eigenen Rechtsanwaltskosten selbst tragen, und zwar unabhängig vom Ergebnis.
Eine bestehende Privat- und Berufsrechtsschutz-Versicherung übernimmt im Versicherungsfall jedoch die Kosten für derartige, aber auch für zahlreiche andere Streitigkeiten, wenn der Versicherer vorab eine Leistungszusage erteilt hat. Ein derartiger Kostenschutz hilft letztendlich dabei, dass man nicht aus finanziellen Gründen auf sein Recht verzichten muss. (verpd)
Besuchen Sie unsere Spezialseite und rechnen Sie direkt, wie günstig eine Rechtsschutzversicherung sein kann. https://www.beraterseite.de/rechtsschutz/

Jobkündigung wegen häufiger Krankheitsausfälle

Schnupfen

 

Wenn eine ordentliche Kündigung wegen Krankheit tarifvertraglich ausgeschlossen ist, kommt eine außerordentliche Kündigung nur in eng begrenzten Fällen in Betracht. Dafür müssen objektive Tatsachen vorliegen, die erwarten lassen, dass die Erkrankungen wie bisher weitergehen werden – und durch eine Weiterbeschäftigung muss es zu erheblichen Beeinträchtigungen betrieblicher Interessen kommen. Das hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg in einem Urteil entscheiden (Az.: 15 Sa 825/13). Weiterlesen

Geänderte Beitragssätze in der Sozialversicherung

image

Im Vergleich zum letzten Jahr wurden die Beitragssätze der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung vermindert und die der Pflegeversicherung angehoben. Nur der Beitragssatz der Arbeitslosen-Versicherung ist gleich geblieben. Zudem wurden alle Beitragsbemessungs-Grenzen angehoben. Deswegen müssen gut verdienende Arbeitnehmer trotz der teilweisen Beitragssatzsenkungen zum Teil höhere Beiträge für die Sozialversicherungen zahlen als noch letztes Jahr.

Alle Werte könne Sie sich unter diesem Link kostenlos downloaden: www.seniorconsulting.de/Fachinfos/Werte 2015.pdf

In der Regel tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge für die Sozialversicherungen, also der gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosen-Versicherung, exakt oder annähernd je zur Hälfte. Die Höhe der Beiträge ergibt sich aus dem beitragspflichtigen Einkommen des Arbeitnehmers (Beitragsbemessungs-Grenze) und des jeweiligen Beitragssatzes der Sozialversicherung.

Bis auf den für Beitragssatz für die Arbeitslosen-Versicherung haben sich für alle anderen Sozialversicherungs-Zweige die Beitragssätze zum 1. Januar 2015 geändert. Wie bereits 2014 beträgt 2015 der Beitragssatz für die Arbeitslosen-Versicherung weiterhin drei Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen dabei jeweils 1,5 Prozent.

Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung gesunken

In der gesetzlichen Rentenversicherung ist der Beitragssatz von bisher 18,9 Prozent seit dem 1. Januar auf 18,7 Prozent gesunken – jeweils die Hälfte, nämlich 9,35 Prozent, ist vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu zahlen.

Gleichzeitig ist jedoch auch die Beitragsbemessungs-Grenze (BBMG), also die Einkommensgrenze, bis zu welcher Beiträge für die jeweilige Sozialversicherung erhoben werden, in der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosen-Versicherung in 2015 gestiegen: in Westdeutschland von 5.950 Euro auf 6.050 Euro und in Ostdeutschland von 5.000 Euro auf 5.200 Euro.

Beitragssatzreduzierung der Krankenversicherung fast ohne Auswirkung

Auch für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung hat sich die BBMG erhöht. Sie stieg für Ost- und Westdeutschland von 4.050 Euro in 2014 auf 4.125 Euro in 2015. Geändert haben sich ebenfalls die Beitragssätze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Der Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung ist von 15,5 Prozent in 2014 – hier waren 7,3 Prozent vom Arbeitgeber und 8,2 Prozent vom Arbeitnehmer zu tragen – auf 14,6 Prozent gesunken. 2015 tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils 7,3 Prozent.

Allerdings können die gesetzlichen Krankenkassen, wenn ihre finanzielle Lage es erfordert, einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben, die alleine von den Versicherten zu tragen sind. Die Mehrheit der Krankenkassen erhebt einen solchen Zusatzbeitrag. Manche sogar bis zu 0,9 Prozent, was der Beitragssatzreduzierung von 2014 auf 2015 entsprach. In vielen Fällen ergibt sich dadurch im Vergleich zum Vorjahr keine oder nur eine kleine Beitragssatzreduzierung.

Höherer Beitragssatz der Pflegeversicherung

Der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung wurde von 2,05 Prozent in 2014 auf 2,35 Prozent in 2015 angehoben. Finanziert wird der Beitrag von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu gleichen Teilen mit jeweils 1,175 Prozent. Ausnahme Sachsen: Hier wurde nicht wie in den anderen Bundesländern zur Finanzierung der Pflegeversicherung ein Feiertag abgeschafft. Daher tragen die Arbeitnehmer mit 1,675 Prozent einen höheren Anteil vom Einkommen als die Arbeitgeber mit nur 0,675 Prozent.

In allen Bundesländern gibt es für kinderlose Versicherte, die älter als 23 Jahre sind, für die gesetzliche Pflegeversicherung einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent. Für Kinderlose beträgt damit der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung 1,425 Prozent (Sachsen 1,925 Prozent).

Mehr Arbeitgeberzuschüsse für privat Krankenversicherte

Wer als Arbeitnehmer nicht gesetzlich, sondern privat pflege- und krankenversichert ist, kann sich freuen. Der monatliche Zuschuss, den der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber für die private Krankenversicherung erhält, erhöht sich aufgrund der geänderten Beitragsbemessungs-Grenze von von 295,65 Euro auf 301,13 Euro (7,3 Prozent von 4.125,00 Euro).

Zur privaten Pflegeversicherung bekommt der Arbeitnehmer seit 2015 im Monat nicht mehr 41,51 Euro wie in 2014, sondern 48,47 Euro beziehungsweise in Sachsen 27,84 Euro vom Arbeitgeber dazu (1,175 Prozent bundesweit beziehungsweise 0,675 Prozent in Sachsen von 4.125,00 Euro). (verpd)

Sie  können sich aber auch direkt auf unserer Webseite  beraterseite.de informieren, rechnen, vergleichen und auch abschließen. Sie finden hier zu allen Sparten die passenden Rechner und Informationen, egal ob Hundehaftplichtversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Arbeitskraftabsicherung, Pflegeversicherung, Bootsversicherung, Krankenzusatzversicherung usw.

Viele Grüße aus Bingen am Rhein

Ihr persönlicher Internet- Versicherungsmakler Jörn & Sebastian Krämer – Senior Partner Finanzmanagement

 

Schmerzhaftes Ende einer Weihnachtsfeier

SantaWährend einer Betriebsfeier besteht für die Teilnehmer nur bei Anordnung durch die Betriebsleitung gesetzlicher Unfallversicherungs-Schutz. Dies hat das Bundessozialgericht in einem Urteil entschieden (Az.: B 2 U 7/13 R) und damit ein gleichlautendes Urteil der Vorinstanz bestätigt.
Eine Angestellte eines in 22 Teams untergliederten Jobcenters hatte sich während einer Weihnachtsfeier ihres rund 20 Personen umfassenden Teams auf einer Bowlingbahn schwere Verletzungen zugezogen. Die Feier fand außerhalb der Kernarbeitszeit statt, wurde privat organisiert und auch privat bezahlt. Weiterlesen

Streit um Weihnachtsgeld für Leiharbeiter

Papiergeld mit SchereDer Grundsatz, dass Leiharbeitnehmer nach den Bestimmungen des Arbeitnehmer-Überlassungsgesetzes Anspruch auf das gleiche Entgelt wie Arbeitnehmer des Entleiherbetriebes haben, gilt auch für Sonderzahlungen wie zum Beispiel Weihnachts- und Urlaubsgeld, so entschied das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in einem Urteil (Az.: 2 Sa 398/12).

Ein Mann war von Februar 2008 bis März 2009 bei einem Unternehmen als Leiharbeiter eingesetzt worden, im Dezember allerdings nur tageweise. Weiterlesen

Denkste! Kein Urlaubsantrag – kein Urlaub?

Paragraph 4Auch wenn ein Beschäftigter keinen Urlaubsantrag gestellt hat, sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Urlaubsanspruch von sich aus zu erfüllen. Das hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg mit einem vor Kurzem veröffentlichten Urteil entschieden (Az.: 21 Sa 221/14).
Ein Arbeitnehmer verlangte von seinem ehemaligen Arbeitgeber nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses die Abgeltung seines Urlaubs für das vorangegangene Jahr. „Zu spät“, meinte der Arbeitgeber. Denn gemäß Paragraf 7 Absatz 3 Satz 1 BUrlG (Bundesurlaubsgesetz) müsse ein Erholungsurlaub im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Das gelte auch für die Abgeltung nicht genommenen Urlaubs. Weiterlesen