So hilft eine Rettungskarte bei einem Autounfall

Rettungskarte

Neue Pkw-Modelle sind im Vergleich zu älteren häufig mit diversen Sicherheitstechniken und verstärkten Karosserien zum Schutz der Autoinsassen bei Unfällen ausgerüstet. Bei der Bergung von verunfallten Personen im Auto kann dies jedoch zum Hemmschuh für die Rettungskräfte werden. Eine Rettungskarte zeigt den Rettern die Stellen, an denen sie möglichst schnell und gefahrlos ins Wageninnere gelangen können.

Die in Autos eingebauten Sicherheitstechniken wie Airbags und verstärkte Karosserien, aber auch sonstige technische Ausstattungen, wie Stromleitungen bei Elektroautos, können für Unfallretter zum Problem werden, wenn sie ins Wageninnere gelangen müssen, um verletzte Insassen zu retten. So ist der Einsatz von Werkzeugen wie Rettungsscheren und -spreizern nicht überall am Pkw effektiv und gefahrlos möglich. In der Regel sind aber je nach Automodell bestimmte Stellen am Auto vorhanden, die für derartige Rettungssituationen prädestiniert sind. Weiterlesen

Wann die Fahreignung angezweifelt werden darf

Führerschein

Weigert sich ein Verkehrssünder, der Fahrerlaubnisbehörde nach drei Geschwindigkeits-Übertretungen ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorzulegen, so darf ihm deswegen in der Regel nicht die Fahrerlaubnis entzogen werden. Das geht aus einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Neustadt hervor (Az.: 3 L 293/17.NW). Weiterlesen

Warum Autofahrer an heißen Tagen besonders achtgeben müssen

Autofahrer

Ein an heißen Tagen in der Sonne geparktes Auto kann sich im Innenraum bereits nach wenigen Minuten auf Temperaturen von 40 oder mehr Grad Celsius aufheizen. Doch schon ab 27 Grad Celsius steigt nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V. (DVR) die Anzahl der Unfälle innerorts durchschnittlich um elf Prozent, bei über 30 Grad Celsius gibt es sogar 22 Prozent mehr Unfälle. Dies zeigen vor Jahren durchgeführte wissenschaftliche Untersuchungen.

Gründe für das höhere Unfallrisiko sind die durch Hitze bei den Autofahrern hervorgerufenen Auswirkungen wie Konzentrations-Schwierigkeiten, eine verlangsamte Reaktion und/oder eine gesteigerte Aggressivität.

Wie sich das Wageninnere abkühlen lässt

Um ein Aufheizen eines geparkten Wagens zu verhindern, sollte ein Auto möglichst im Schatten geparkt oder zumindest die Fenster mit Sonnenschutzrollos oder Alumatten abgedeckt werden. Ist die Temperatur im Wageninneren bereits sehr hoch, empfiehlt es sich vor Fahrtbeginn die Türen zu öffnen und den Pkw durchzulüften.

Wer während der Fahrt versucht, mit geöffneten Seitenfenstern die Innenraumtemperatur zu senken, riskiert durch die Zugluft eine Ohrentzündung, eine Erkältung, trockene Augen oder einen steifen Nacken. Das Gleiche gilt für alle, die das Gebläse oder die Klimaanlage voll aufdrehen.

Deshalb empfehlen Gesundheitsexperten, das Gebläse nicht direkt auf den Körper zu richten. Sinnvoll ist es auch, das Gebläse anfangs kurz auf Umluft zu schalten, da so die gewünschte Temperatur auch bei niedrigerer Gebläsestufe schneller erreicht wird.

Vorsicht vor Verbrennungen und einem überlaufenden Tank

Wer eine Klimaanlage hat, sollte die Temperatur laut DVR nicht zu kalt, sondern maximal sechs Grad Celsius unter der Außentemperatur einstellen, damit beim Ein- oder Aussteigen der Kreislauf der Insassen nicht zu stark durch den Temperaturunterschied belastet wird. Grundsätzlich ist es bei Hitze immer wichtig, ausreichend viel zu trinken, um den durch das Schwitzen verursachten Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

An sonnigen, heißen Tagen kann es auch sinnvoll sein, mit Tüchern Lenkrad, Schaltknauf und Ledersitze abzudecken, da sich diese unter Umständen so aufheizen, dass es beim Einsteigen zu Verbrennungen kommen kann.

Kfz-Experten raten außerdem, bei Hitze den Tank nicht randvoll zu füllen, da sich der Kraftstoff bei hohen Temperaturen ausdehnen und über die Tankentlüftung auslaufen könnte, was nicht nur den Lack und die Umwelt schädigt, sondern sogar zu einem Brand führen kann. (verpd)

Wenn ein hochgeschleuderter Stein das Auto trifft

Steinschlag

Wird ein Fahrzeug durch einen von einem vorausfahrenden Kfz hochgeschleuderten Stein beschädigt, so gilt das als unabwendbares Ereignis. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth hervor (Az.: 2 S 2191/16).

Ein Mann war mit seinem Pkw im Bereich einer Baustelle hinter einem Lkw hergefahren, als ein von diesem von der Fahrbahn hochgeschleuderter Stein sein Fahrzeug traf. Die durch den Vorfall entstandenen Reparaturkosten am Pkw in Höhe von rund 1.400 Euro wollte der Autobesitzer vom Halter des Lkws beziehungsweise dessen Kfz-Versicherer ersetzt haben.

Die Kfz-Versicherung des Lkws vermochte jedoch kein Verschulden des Lkw-Fahrers zu erkennen und lehnte es daher ab, die Forderung zu erfüllen. Zu Recht, urteilte das in Berufung mit der Sache befasste Landgericht Nürnberg-Fürth. Anders als zuvor das Amtsgericht Hersbruck wies es die Klage des Pkw-Besitzers als unbegründet zurück.

Zu verhindern …

Die Richter stellten zwar nicht in Abrede, dass der Schaden beim Betrieb des Lkws entstanden und daher zunächst einmal eine Haftung des Halters zu bejahen ist. Dieser kann sich nach Überzeugung des Gerichts jedoch auf ein unabwendbares Ereignis im Sinne des Straßenverkehrs-Gesetzes berufen. Zwar müsse der Führer eines Kraftfahrzeugs im Bereich einer Baustelle mit dem Vorhandensein herumliegender Steine rechnen. Zur Vermeidung von Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer sei er daher dazu verpflichtet, seine Fahrweise darauf einzustellen.

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme waren die Bauarbeiten jedoch neben der von dem Pkw-Fahrer und dem Lkw-Fahrer befahrenen Fahrspur durchgeführt worden, sodass nicht zwingend von einer Verschmutzung der Fahrbahn ausgegangen werden musste. Der Vorfall ereignete sich außerdem in einem einspurigen Brückenbereich, in welchem keine Arbeiten neben der Fahrspur durchgeführt werden konnten.

… oder unabwendbar

Die Richter zeigten sich daher davon überzeugt, dass der Fahrer des Lkws nicht mit dem Vorhandensein lose herumliegender Steine rechnen musste. Der Vorfall sei vielmehr selbst für einen sogenannten „Idealfahrer“ unabwendbar gewesen. Das aber hat zur Folge, dass der klagende Pkw-Halter leer ausgeht.

Übrigens: Wird beispielsweise durch einen solchen Steinschlag die Frontscheibe eines Autos beschädigt und ist in der Kfz-Versicherung des beschädigten Pkws eine Teilkaskoversicherung vereinbart, erstattet diese die Reparaturkosten eines solchen Glasschadens. Wer für seinen Wagen eine Vollkaskoversicherung hat, erhält darüber hinaus auch die Kosten für die Beseitigung von Lackschäden und/oder Dellen am eigenen Pkw, die bei einem derartigen Unfall entstanden sind. Wurde ein Selbstbehalt vereinbart, reduziert sich die Entschädigungsleistung entsprechend. (verpd)

Autounfall: Wann man auch als Unschuldiger haften muss

Urtei

Blockiert ein Pkw beim Ausfahren aus einem Grundstück fast vollständig einen Radweg, ohne dass gegen Verkehrsregeln verstoßen wird, kann der Kfz-Halter im Fall eines Unfalls mit einem Radfahrer trotzdem aus der Betriebsgefahr seines Autos zur Verantwortung gezogen werden. Das hat das Landgericht Oldenburg mit einem aktuellen Urteil entschieden (Az.: 16 S 516/16).

Ein Mann wollte mit seinem Pkw ein Grundstück verlassen. Wegen des starken Verkehrs konnte er jedoch zunächst nicht auf die Straße fahren. Sein Fahrzeug stand daher schräg auf einem parallel zu der Straße verlaufenden Radweg. Dieser wurde dadurch fast vollständig blockiert. Ein Radfahrer, der auf diesem Radweg unterwegs war, wollte mit seinem Velo das Heck des Autos umfahren. Dabei wurde ihm eine Rasenkante zum Verhängnis, die er übersehen hatte.

Bei dem dadurch ausgelösten Sturz verletzte sich der Radler. Der Radfahrer bestritt zwar nicht, den Unfall mitverschuldet zu haben; weil der Pkw den Radweg weitgehend blockiert hatte, hielt der Radler den Kfz-Fahrer jedoch für mitverantwortlich. Er verlangte daher von dessen Kfz-Haftpflichtversicherer, sich zur Hälfte an seinem materiellen Schaden zu beteiligen und ihm ein Schmerzensgeld zu zahlen.

Kein Verschulden und dennoch zahlen

Nachdem seine Klage vom Amtsgericht Oldenburg als unbegründet zurückgewiesen worden war, hatte der Fahrradfahrer mit seiner Berufung mehr Erfolg. Die Richter vermochten zwar kein Verschulden des beklagten Autofahrers zu erkennen. Nach ihrer Meinung haftet er als Halter des Autos trotz allem aus der Betriebsgefahr seines Fahrzeugs.

Ein Verkehrsteilnehmer, der unter Beachtung sämtlicher straßenverkehrs-rechtlicher Verhaltensregeln eine bestimmte Position erreicht hat, sei zwar nicht dazu verpflichtet, diese zugunsten eines anderen Verkehrsteilnehmers zu räumen. Der Beklagte habe aber durch das nahezu vollständige Blockieren des Radwegs, wenn auch unter Beachtung der Verkehrsregeln, eine Gefahr gesetzt, die sich realisiert habe. Die Betriebsgefahr seines Fahrzeugs trete daher nicht vollständig hinter dem Verschulden des Klägers zurück.

Der Kfz-Versicherer des beklagten Autohalters wurde daher dazu verurteilt, sich mit einer Quote von 25 Prozent an dem materiellen Schaden des klagenden Radfahrers zu beteiligen und ihm ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.000 Euro zu zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig. (verpd)

Sommer, Sonne, Cabrio – Worauf Sie beim Fahren ohne Dach achten sollten

Cabrio

Auch wenn es aktuell noch nicht so aussieht – aber irgendwann  wenn die Tage schöner werden, holen viele Deutsche ihr Cabrio aus der Garage.

Cabrio fahren wird immer beliebter, denn es macht Spaß und vermittelt das Gefühl von Freiheit. Das Fahrerlebnis ist einfach deutlich intensiver als das in geschlossenen Fahrzeugen. Leider hat das genussvolle Fahren auch Schattenseiten. Wir zeigen Ihnen, welche Tücken Sie vermeiden können, damit die Freude nicht getrübt wird und was Cabrio-Fahrer beim Versicherungsschutz auf jeden Fall beachten sollten.

Cabrio und Zugluft

Der Fahrtwind birgt Gefahren, blitzschnell führt die angenehme Sommerbrise zu einer Erkältung. Besonders zugluftempfindliche Menschen sollten sich beispielsweise mit einem Schal schützen. Außerdem können sogenannte Windschotts für Abhilfe sorgen. Den Windschutz gibt es für nahezu alle Cabriomodelle. Denken Sie auch an eine geeignete Kopfbedeckung (Hut oder Mütze).

Bei schlechtem Wetter bleibt das Verdeck »vorübergehend geschlossen«. Leider bietet das dünne Stoffverdeck nur eine geringe Geräuschdämmung, so dass es im Innenraum laut und ungemütlich werden kann. Mit einem Nachrüstinnenhimmel wird es deutlich leiser.

Füße hochlegen beim Cabrio fahren?

Bitte nicht! Das lässige »Cruisen« verleitet manche Beifahrer dazu, eine besonders entspannte Sitzposition einzunehmen. Die Füße werden lässig auf dem Armaturenbrett abgelegt oder bei geschlossenem Verdeck einfach mal aus dem Fenster gestreckt. Das ist lebensgefährlich! Bei einem Zusammenstoß prallen die Füße gegen die Frontscheibe, der Airbag schleudert die Beine blitzschnell nach oben, was zu schweren Verletzungen führen kann. Füße gehören in den Fußraum!

Klimaanlage und Cabrio

Auch moderne Cabrios sind mit einer Klimaanlage ausgestattet. Die Nutzung der Klimaanlage bei geschlossenem Verdeck kann durchaus sinnvoll sein. Sobald »offen« gefahren wird, sollte die Klimaanlage jedoch ausgeschaltet werden. Ansonsten würde die Klimaanlage die eindringende Frischluft ständig kühlen und der Spritverbrauch drastisch ansteigen.

Unser Tipp: Üben Sie vor Fahrtantritt, wie das Verdeck mechanisch geschlossen wird.

Verdeck funktionsfähig bei Ihrem Cabrio?

Ein Gewitter naht. In diesem Moment sollte das elektrische Dach zuverlässig funktionieren, wenn nicht, muss man es auch manuell schließen können. Ein Blick in die Bedienungsanleitung zeigt, wie das Dach per Hand verschlossen wird. Es ist durchaus sinnvoll, eine Notplane mitzuführen.

Das müssen Cabrio-Fahrer beim Versicherungsschutz beachten:

Saisonkennzeichen für Ihr Cabrio

Wenn Sie das Cabrio nur im Sommer fahren, können Sie mit einem Saisonkennzeichen Kosten sparen. Denn dabei fallen Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge nur für den tatsächlichen Zulassungszeitraum an. Er sollte mindestens sechs Monate betragen, um bei schadenfreier Fahrt eine Höherstufung in eine günstigere SF-Klasse zu erreichen. Nach Saisonende darf das Fahrzeug nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden. Jetzt gehört das gute Stück in die Garage oder auf das Privatgrundstück. In dieser Zeit besteht eine sogenannte Ruheversicherung, die Kfz-Haftpflicht und Teilkaskoversicherung umfasst, wenn für das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Außerbetriebsetzung eine Voll- oder Teilkaskoversicherung bestanden hatte. Die Ruheversicherung deckt zum Beispiel Schäden am Fahrzeug durch einen Brand ab.

Voll- oder Teilkasko für Ihr Cabrio

Eine Teilkaskoversicherung ist auf jeden Fall erforderlich. Denn damit ist das Fahrzeug nicht nur gegen Diebstahl versichert, sondern beispielsweise auch dann, wenn das Cabrio für kurze Zeit mit offenem Verdeck (Fenster oben, Türen und Handschuhfach verriegelt) zum Parken abgestellt wird. Die Vollkaskoversicherung übernimmt auch selbstverschuldete Schäden oder Vandalismus-Schäden.

Zweitwagenregelung beim Cabrio

Wird das Cabrio als Zweitfahrzeug eingesetzt, kann es unter Umständen in SF-Klasse 2 eingestuft werden. Welche Voraussetzung hier zu beachten sind erläutern wir Ihnen gerne.

Und hier noch  3 Links zu weiteren Artikeln, die sich mit dem Cabrifahren beschäftigen:

http://www.autobild.de/artikel/ratgeber-cabrio-882075.html

www.rp-online.de/leben/auto/ratgeber/darauf-sollte-man-beim-cabriofahren-achten-aid-1.4217509

http://www.focus.de/auto/cabrios/stoff-oder-blech_aid_14122.html

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei sommerlichem Cabriowetter.

Mit dem Pkw pannenfrei durch den Winter

Mit dem Pkw pannenfrei durch den Winter

Strandtuch raus, Eisschaber rein … so einfach ist es zwar nicht, den Pkw für den Winter fit zu machen. Dennoch können viele der notwendigen Arbeiten und Kontrollen durchaus auch vom Autofahrer oder -Besitzer selbst durchgeführt werden.

Es ist höchste Zeit, das Auto winterfest zu machen. Hierfür sollte in einem ersten Schritt die Beleuchtung überprüft werden. Das geht am einfachsten, wenn man zu zweit ist. Also: Zündung an und dann die komplette Beleuchtung durchschalten, während die zweite Person per Sichtkontrolle prüft, ob Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Nebelscheinwerfer, Blinker, Bremslicht, Schlussleuchten, Kennzeichenbeleuchtung und Rückfahrscheinwerfer funktionieren. Weiterlesen

Crash im Kreisverkehr

Crash im Kreisverkehr

Wenn sich nicht beweisen lässt, dass ein Autofahrer in einem Kreisverkehr zu früh den rechten Fahrtrichtungsanzeiger gesetzt und damit signalisiert hat, dass er den Kreisverkehr verlassen will, ist davon auszugehen, dass ein anderer Fahrer, der in den Kreis hineinwill, ihm die Vorfahrt genommen hat. Dies hat das Amtsgericht Perleberg in einem Urteil entschieden (Az.: 11 C 382/15).

Eine Autofahrerin war in einem Kreisverkehr unterwegs. Dessen Besonderheit ist es, dass der gesamte Kreisverkehr einmal um 450 Grad umrundet werden muss, wenn eine bestimmte Ausfahrt angestrebt wird. Das liegt daran, dass der Straßenbereich so gestaltet ist, dass ein unmittelbares Ausfahren nicht möglich ist. Ein anderer Autofahrer wollte in den Kreisverkehr einfahren. Weiterlesen

Gratiskontrolle von Autoreifen

Gratiskontrolle von Autoreifen

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) bietet auch in diesem Jahr im Rahmen der Initiative „Reifenqualität – Ich fahr auf Nummer sicher!“ die Aktion „Wash & Check“ deutschlandweit an. Vom 23. bis 24. September sowie am 30. September und 1. Oktober stehen an diversen Standorten im gesamten Bundesgebiet Reifenexperten zur Verfügung, die die Reifen an den Pkws kostenlos kontrollieren und den Autofahrern beratend zur Seite stehen.

Mit der Initiative „Reifenqualität – Ich fahr auf Nummer sicher!“ bietet der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) nicht nur online nützliche Informationen rund um die Sicherheit und die Qualitätsmerkmale von Autoreifen.

Im Rahmen dieser Initiative können Autofahrer bei der Aktion „Wash & Check“, die seit nunmehr zwölf Jahren durchgeführt wird, vom 23. bis 24. September sowie am 30. September und 1. Oktober an über 275 Waschstraßen in Deutschland ihre Autoreifen kostenlos kontrollieren lassen. Weiterlesen

Keine Kompromisse bei der Sicherung von Kindern im Auto

Sicherung von Kinern im Auto

Fast jedes dritte Kind unter 15 Jahren, das letztes Jahr bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt oder getötet wurde, saß beim Unfall als Insasse in einem Auto. Kinder sind demnach im Pkw einem hohen Unfallrisiko ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen, die beim Mitführen eines Kindes im Auto zu beachten sind, auch einzuhalten. Eine neue Broschüre der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigt, wie es geht.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2015 rund 28.150 Kinder unter 15 Jahren bei einem Verkehrsunfall verletzt – davon 84 Kinder tödlich. Laut Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zogen sich etwa 4.340 der unter 15-Jährigen schwere Verletzungen zu, davon rund knapp 1.230 (rund 28 Prozent) als Pkw-Insassen. Von den 84 unter 15-jährigen Kindern, die bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, starben 34 als Mitfahrer in einem Auto – das sind 40 Prozent der Verkehrsopfer in dieser Altersgruppe.

Auch wenn es keinen hundertprozentigen Schutz vor Unfällen gibt, lassen sich bei einigen Unfällen zumindest zahlreiche schwerwiegende Verletzungen der kleinen Insassen mit Kinderrückhalte-Systemen, wie sie der Gesetzesgeber vorschreibt, verhindern. Doch noch immer lassen leichtsinnige Autofahrer Kinder nicht ordnungsgemäß oder sogar gänzlich ungesichert im Pkw mitfahren.

Ohne Sicherung von Kindern besteht hohes Verletzungsrisiko

Laut BASt sind rund neun Prozent der Kinder, die innerorts in einem Auto mitgenommen werden, nicht mit einem vorgeschriebenen Kinderrückhaltesystem gesichert. Und selbst bei den gesicherten Kindern zeigen Untersuchungen, dass fast zwei Drittel der Kinder wegen einer Fehlbedienung des verwendeten Kinderrückhaltesystems falsch gesichert sind. Dabei haben lautDeutschem Verkehrs-Sicherheitsrat (DVR) zum Beispiel ungesicherte Kinder im Auto ein siebenmal höheres Risiko, schwer verletzt oder getötet zu werden.

Der neue kostenlos herunterladbare Ratgeber des BASt „Kindersicherheit im Auto“ zeigt, wie Kinder in einem Auto gesetzeskonform zu sichern sind. Laut Paragraf 21 StVO(Straßenverkehrsordnung) dürfen Kinder unter zwölf Jahren, die kleiner als 1,50 Meter sind, als Insassen im Auto nur in einem geeigneten und dem Alter entsprechenden Kinderrückhaltesystem mitfahren.

Es spielt dabei keine Rolle, ob eine lange oder kurze Strecke mit dem Pkw zurückgelegt wird. Wer sich als Autofahrer nicht daran hält und von der Polizei erwischt wird, muss mit einem Punkt im Flensburger Fahreignungsregister sowie 60 Euro Geldbuße rechnen.

Sicherung nach Gewicht oder nach Größe

Für Kindersitze gilt neben der bisherigen Norm UN/ECE-R 44-03 oder -04 die neue UN/ECE-R 129. Im Gegensatz zur älteren Regelung, die die Sitzkategorien nach dem Gewicht der Kinder festlegt, richtet sich die Einteilung des passenden Kindersitzes bei der neuen Regelung nach der Größe des jeweiligen Kindes, es handelt sich hier um sogenannte „i-Size“-Sitze. Den Autofahrern bleibt es bis auf Weiteres freigestellt, welche Einteilung sie wählen.

Viele der neuen „i-Size“-Sitze benötigen eine sogenannte Isofix-Befestigung – ein dritter Verankerungspunkt in Form eines weiteren Haltegurts oder eines Stützfußes – die in vielen Automodellen (noch) nicht eingebaut ist. Ein Vorteil der Isofix-Befestigung ist laut Unfallforschung der Versicherer (UDV), dass die Handhabung erleichtert und Einbaufehler vermieden werden. Bevor man einen i-Size-Sitz kauft, ist es sinnvoll, sich sich vorab im Internet, beispielsweise bei der UDV zu informieren, ob das favorisierte Modell auch im jeweiligen Fahrzeugtyp einsetzbar ist.

Nach der noch gültigen Norm ECE-R 44-03 und -04 ist für die Mitnahme von Babys bis zu 13 Kilogramm Gewicht eine Babyschale, die entgegen der Blickrichtung eingebaut ist, geeignet. Wie Experten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. betonen, sollte ein Kind so lange mit einer Babyschale (ECE-Gruppe 0) im Auto gesichert werden, bis sein Kopf an den Schalenrand reicht. Kindersitze der ECE-Gruppe I sind bei Kindern zwischen neun und 18 Kilogramm, der ECE-Gruppe II zwischen 15 bis 25 Kilogramm und der ECE-Gruppe III ab 25 Kilogramm Gewicht einzusetzen.

Sicherung über zwölf Jahre, aber kleiner als 1,50 Meter

Kinder, die älter als zwölf Jahre, aber kleiner als 1,50 Meter sind, dürften zwar ohne zusätzliche Sicherungsmaßnahmen im Auto mitfahren, allerdings raten Verkehrsexperten in diesem Fall dazu, trotzdem eine Sitzerhöhung zu verwenden.

Die serienmäßig eingebauten Sicherheitsgurte für Erwachsene sind nämlich normalerweise für Personen mit einer Größe ab 1,50 Meter konstruiert und verlaufen nur dann auch über die richtigen Körperstellen.

Ist der angeschnallte Insasse kleiner, kann es sein, dass der standardmäßige Sicherheitsgurt, statt über das Becken über den Bauch und statt über die Schulter direkt am Hals vorbeiläuft. Dies kann bei einem Unfall dazu führen, dass eine Person unter 1,50 Meter Größe unter dem Gurt hindurchrutscht oder dass der Gurt innere Organe oder die Halsschlagader verletzt.

Lieber Kindersitz statt Sitzerhöhung bei der Sicherung

Verkehrsexperten raten davon ab, statt eines notwendigen Kindersitzes einfache Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne und Kopfstützen zu benutzen, auch wenn dies ab einem Körpergewicht von 15 Kilogramm möglich wäre. Denn bei einem Unfall fehlt bei einer Sitzerhöhung im Vergleich zum Kindersitz der Seitenschutz und die Gurtführung ist nicht immer optimal, was ein erhöhtes Verletzungsrisiko darstellt.

Auch ein fehlerhaft eingebauter Kindersitz büßt oftmals seine Sicherheitsfunktionen ein. Daher sollte man sich beim Kauf eines Kindersitzes zeigen lassen, wie dieser richtig in das jeweilige Auto einzubauen und das Kind darin zu sichern ist.

Neben der genannten Broschüre des BASt bietet auch der UDV mit den Ratgebern „Kinder sichern im Auto“ und „Der richtige Kindersitz“ Tipps, welche Kindersicherungen im Auto sinnvoll sind und wie diese einzubauen sind. (verpd)