Wer leistet im Pflegefall?

Außer der Tatsache, dass Sie grundsätzlich selbst für die Kosten der eigenen Pflege oder der Pflege Ihrer Angehörigen verantwortlich sind, gibt es jedoch einige finanzielle Hilfen im Pflegefall.

Pflegevorsorge durch die Pflege-Pflichtversicherung

Gesetzliche Grundlage für die Regelungen zur Pflege ist das 7. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“). Bedürftigen wird Unterstützung gewährt, wenn sie wegen Krankheit oder Behinderung bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens auf fremde Hilfe angewiesen sind. Krankenversicherte in Deutschland benötigen gleichzeitig auch eine Pflegepflichtversicherung: „Die Pflegepflichtversicherung folgt der Krankenversicherung“,

So die Regelung. Das bedeutet, dass privat Krankenversicherte auch privat pflegepflichtversichert sind, gesetzlich Krankenversicherte meist in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung.

Der Schutz der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung ist nicht allumfassend,weniger noch als zum Beispiel die gesetzliche Krankenversicherung.

Wenn ein Pflegebedürftiger den Unterschied zwischen den realen Kosten für die Pflege und den niedrigeren Erstattungen aus der Pflegepflichtversicherung nicht bezahlen kann, werden zunächst die Angehörigen zur Kasse gebeten. Dabei wird allerdings berücksichtigt, inwieweit dies für die Angehörigen möglich ist.

Existieren keine Angehörigen oder sind diese nicht in der Lage, finanziell einzuspringen, zahlt das Sozialamt.

Pflegevorsorge durch die private Pflegetagegeldversicherung

 Das Versicherungsunternehmen zahlt dem Versicherten im Pflegefall ein Tagegeld, das ihm zur freien Verfügung und Verwendung verbleibt und bereits bei Vertragsabschluss festgelegt wurde. Die Pflegetagegeldversicherung ist die am häufigsten gewählte Art der Pflegezusatzversicherung, sie wird von vielen privaten Krankenversicherungsunternehmen angeboten.

Pflegevorsorge durch die private Pflegekostenversicherung

 Hier müssen dem Versicherungsunternehmen zunächst die tatsächlich entstandenen Kosten nachgewiesen werden. Im Anschluss daran erstattet der Versicherer den Betrag im vereinbarten Umfang.

Voraussetzung ist, dass die Pflegepflichtversicherung bereits gezahlt hat und bspw. Beihilfe- ansprüche angerechnet wurden.

Pflegevorsorge durch die Pflegerentenversicherung

 Die Pflegerentenversicherung wird meist als Zusatzversicherung angeboten, die an eine Hauptversicherung gekoppelt ist. Die wiederum ist meist eine Risiko-, Kapitallebens- oder Rentenversicherung. Im Pflegefall zahlt die Versicherung monatlich den bei Vertragsabschluss fest vereinbarten Betrag, der unabhängig von den tatsächlichen Pflegekosten ist. Mit Beginn der Rentenzahlung brauchen die Beiträge für die Versicherung nicht mehr gezahlt werden. Unerheblich für die Auszahlung ist ebenfalls, ob der Versicherte zu Hause durch Angehörige, durch einen Pflegedienst oder stationär betreut wird.

Pflegevorsorge durch den Pflege Bahr

 Wer mindestens zehn Euro als Eigenbeitrag beisteuert, erhält eine staatliche Zulage von fünf Euro pro Monat für die geförderte Pflegezusatzversicherung.

Damit die Zulage dem Vertrag gutgeschrieben wird, beantragt sie das Versicherungsunternehmen bei einer zentralen staatlichen Stelle.

Die Förderung kann jeder bekommen, der

  • in der gesetzlichen bzw. der Privaten Pflegepflichtversicherung versichert ist,
  • das 18. Lebensjahr vollendet hat und
  • bei Vertragsabschluss noch keine Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung bezieht.

Eine Altersgrenze „nach oben“ gibt es nicht.

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