Die Bundesländer mit einem hohen Motorraddiebstahlrisiko

Seit zehn Jahren ist die Zahl der gestohlenen Krafträder stetig zurückgegangen. 2017 gab es mit rund 20.850 Diebstählen den niedrigsten Wert seit Jahrzehnten. In Relation zur Einwohnerzahl werden in Bremen im Vergleich zu den anderen Bundesländern die meisten Krafträder gestohlen. Deutliche Unterschiede gab es auch bei der Aufklärungsrate dieser Delikte. Dies zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik 2017.

Letztes Jahr wurden hierzulande laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 (PKS 2017) 20.851 Diebstahldelikte inklusive der Fälle der unbefugten Ingebrauchnahme von Mopeds, Motorrädern und anderen Krafträdern polizeilich registriert. Im Jahr zuvor waren es noch über zehn Prozent mehr Kraftraddiebstähle. Die Diebstahlrate in 2017 ist zudem der niedrigste Wert in den letzten 30 Jahren. Die meisten derartigen Diebstähle gab es im genannten Zeitraum in 1993, damals wurden 61.909 Krafträder gestohlen und damit fast dreimal so viel wie in 2017.

In Relation zur Bevölkerung wurden letztes Jahr je 100.000 Einwohner hierzulande 25,3 Krafträder gestohlen. Mehr als jeder fünfte Diebstahl wurde in Deutschland aufgeklärt – konkret betrug die bundesweite Aufklärungsquote 20,9 Prozent. Insgesamt unterscheiden sich die Klauraten je 100.000 Einwohner und auch die Aufklärungsraten in den Bundesländern jedoch deutlich, wie die PKS-Daten zeigen.

Kraftrad-Klaurate in Bremen am höchsten

In Relation zur Einwohnerzahl ereigneten sich in Bremen die meisten Kraftraddiebstähle, nämlich 49,2 Taten pro 100.000 Einwohner. Knapp dahinter liegt Berlin mit 46,2 Delikten je 100.000 Einwohner. In Nordrhein-Westfalen wurden zwar mit 6.783 Krafträdern zahlenmäßig die meisten Motorräder sowie andere Krafträder gestohlen, allerdings belegt das Bundesland bei der Klaurate mit 37,9 Diebstählen je 100.000 Einwohner „nur“ den dritten Platz.

Danach folgen Sachsen-Anhalt mit 33,9 und Sachsen mit 32,7, Hamburg mit 30,3, Hessen mit 28,6, Brandenburg mit 27,5 und Thüringen mit 25,9 geklauten Krafträdern je 100.000 Einwohner. Unter dem Bundesdurchschnitt lag die Klaurate in Mecklenburg-Vorpommern mit 24,4 und in Rheinland-Pfalz mit 22,4 Kraftraddiebstählen pro 100.000 Einwohner.

Nach absoluten Zahlen am wenigsten Kraftraddiebstähle, nämlich 217 derartige Delikte, gab es im Saarland. Allerdings ist die Klaurate von 21,8 geklauten Krafträdern je 100.000 Einwohner immer noch höher als in Baden-Württemberg mit 19,0, in Schleswig-Holstein mit 18,5 und in Niedersachsen mit 16,6 Kraftraddiebstählen pro 100.000 Einwohner. Am niedrigsten war die Klaurate in Bayern mit 7,4 Krafträdern je 100.000 Einwohner.

Die höchste Aufklärungsquote hat Bayern

Die niedrigste Aufklärungsquote mit 10,5 Prozent hat das Bundesland mit der höchsten Klaurate pro 100.000 Einwohner, nämlich Bremen. Die beste Aufklärungsquote mit 29,7 Prozent hat dagegen Bayern, das Land mit der niedrigsten Klaurate. Das heißt, in Bremen wird rund jeder zehnte, in Bayern dagegen fast jeder dritte Kraftraddiebstahl aufgeklärt.

Eine höhere Aufklärungsquote als der Bundesdurchschnitt hatten die Bundesländer Thüringen mit 29,1 Prozent, Baden-Württemberg mit 28,5 Prozent, Sachsen mit 27,5 Prozent, Rheinland-Pfalz mit 27,3 Prozent, Niedersachsen mit 27,0 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 26,5 Prozent.

Ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt lag die Aufklärungsquote im Saarland mit 24,9 Prozent, in Hessen mit 23,6 Prozent und in Brandenburg mit 21,5 Prozent. Unter der bundesweiten Aufklärungsquote lagen neben Bremen Mecklenburg-Vorpommern mit 20,1 Prozent, Schleswig-Holstein mit 17,8 Prozent, Nordrhein-Westfalen mit 14,9 Prozent, Berlin mit 14,1 Prozent und Hamburg mit 11,3 Prozent aufgeklärten Kraftraddiebstählen.(verpd)

 

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