Nutzungsausfall-Entschädigung trotz vorhandenem Zweitwagen?

 (verpd) Wird der auch privat von ihm genutzte Dienstwagen eines Geschädigten kurz vor einer geplanten Urlaubsreise beschädigt, darf ihm nicht unter Hinweis auf einen von seiner Ehefrau genutzten Zweitwagen verwehrt werden, einen Mietwagen anzumieten. Das gilt insbesondere dann, wenn der Zweitwagen für die Reise zu klein ist. Dies erklärte das Amtsgericht Zwickau in einem Urteil (Az.: 2 C 14/18).

Ein Mann hatte von seinem Arbeitgeber einen großen Dienstwagen für die geschäftliche und auch private Nutzung zur Verfügung gestellt bekommen. Der private Nutzungsanteil wurde über die sogenannte Einprozentregelung steuerlich berücksichtigt. Zwei Tage vor einer privaten Urlaubsreise, bei der das Auto genutzt werden sollte, wurde dieses bei einem Unfall so stark beschädigt, dass es nicht rechtzeitig fahrbereit gewesen wäre. Der Mann mietete daher ein Ersatzfahrzeug an.

Dessen Kosten wollte der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers nicht übernehmen. Zur Begründung berief dieser sich darauf, dass auf den Unfallgeschädigten ein Pkw zugelassen sei, den er für die Urlaubsreise hätte nutzen können.

Eine Frage der Umstände

Dieser Argumentation wollte sich das Zwickauer Amtsgericht nicht anschließen. Es gab der Klage des Geschädigten auf Ersatz der Mietwagenkosten statt. Nach Ansicht des Gerichts kann ein Schädiger beziehungsweise dessen Kfz-Haftpflichtversicherer zwar durchaus dazu berechtigt sein, einen Geschädigten während der Zeit einer unfallbedingten Reparatur seines eigentlich genutzten Fahrzeugs auf ein weiteres von ihm nutzbares Fahrzeug zu verweisen. Dabei komme es aber auf die Umstände des Einzelfalls an.

In dem entschiedenen Fall sei der „Zweitwagen“ nachweislich so gut wie ausschließlich von der Ehefrau des Klägers genutzt worden. Es habe sich außerdem um ein Fahrzeug gehandelt, das nicht dazu geeignet gewesen wäre, das Gepäck für einen zweiwöchigen Urlaub vollständig unterzubringen. Der Kläger sei unter diesen Umständen daher durchaus dazu berechtigt gewesen, sich auf Kosten des Schädigers eines Mietwagens zu bedienen.

Der Fall wäre nur dann anders zu beurteilen gewesen, wenn bei dem Unfall das kleinere Fahrzeug beschädigt worden wäre. Denn das hätte während des Urlaubs ohnehin nicht benutzt werden können, sodass dem Kläger während der Zeit der unfallbedingten Reparatur auch keine Nutzungsausfall-Entschädigung zugestanden hätte.

Damit ein Notfall in den Bergen keine Kostenfalle wird

(verpd) Ein unerwarteter Wetterumschwung, ein plötzlich auftretendes schweres Gesundheitsleiden, ein Lawinenabgang, ein Sturz, fehlende Kondition – es gibt zahlreiche Ursachen, warum man in den Bergen auf eine Bergung oder Rettung angewiesen sein kann. Doch nicht immer übernimmt die gesetzliche Krankenkasse oder der Staat je nach Rettungsart und -ort derartige Rettungseinsätze. Daher sollte man vor einer Bergtour prüfen, inwieweit der bestehende Versicherungsschutz auch für solche Notfälle Kostenschutz gewährleistet.

Ob die Kosten einer Bergrettung der Gerettete aus der eigenen Tasche zahlen muss oder nicht, hängt von mehreren Kriterien ab. Zum einen spielen die Art des Notfalles sowie die Art des notwendigen Transportmittels zur Rettung oder Bergung eine Rolle. Zudem kommt es auch darauf an, in welchem Land sich der Notfall ereignet hat.

Kostenrisiko in Deutschland …

In Deutschland gilt: Ist aus medizinischen Gründen eine Rettung mit einem Rettungswagen oder Hubschrauber notwendig, zum Beispiel weil der Betroffene in den Bergen verunfallte oder plötzlich erkrankte, übernimmt dies in der Regel die gesetzliche (GKV) oder private (PKV) Krankenversicherung.

Dies gilt allerdings nicht für Hubschraubereinsätze, die nur deshalb notwendig sind, weil sich der Betroffene in einem unwegsamen Gelände aufhält und nicht direkt vom Rettungswagen erreicht werden kann, aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes jedoch ein Krankenwagen gereicht hätte. Im Falle einer solchen Bergung müsste der Gerettete die anteiligen Kosten für den Hubschraubereinsatz selbst tragen.

Auch wer zwar unverletzt ist, aber eine Bergung benötigt, weil er sich verirrt hat, aus konditionellen oder wetterbedingten Gründen nicht zurückkehren kann oder bei einem Lawinenabgang vermutlich verschüttet wurde, muss eventuell die notwendigen Such- und Bergungskosten selbst bezahlen.

… und insbesondere auch im Ausland …

Zwar gibt es in einigen EU-Ländern und in der Schweiz zwischenstaatliche Abkommen zur Kostenübernahme durch die GKV für eine notwendige (Berg-)Rettung. Der Kostenersatz richtet sich jedoch häufig nach dem dort geltenden Landesrecht. In einigen Ländern sind entsprechend dem dort geltenden Recht jedoch manche Rettungskosten, die in Deutschland komplett durch die GKV abgedeckt sind, ganz oder auch anteilig vom Geretteten alleine zu tragen.

Einen Überblick dazu liefern die Merkblätter zu verschiedenen Ländern, die in einem Webportal des GKV-Spitzenverbandes kostenlos abrufbar sind. Für die Schweiz gilt beispielsweise, dass Betroffene Rettungskosten, auch wenn sie medizinisch bedingt sind, bis 5.000 Schweizer Franken (rund 4.300 Euro) im Jahr zur Hälfte selbst zahlen müssen. Rettungskosten, die diese 5.000 Schweizer Franken übersteigen, sind komplett vom Betroffenen zu tragen. Rechtliche Details sind dazu auch beim schweizerischen Bundesamt für Gesundheit abrufbar.

In Österreich werden nach den dort geltenden Rechtsvorschriften sowohl alle Bergungskosten als auch bei Unfällen in den Bergen die Beförderung ins Tal mit dem Hubschrauber, dem Akia sowie dem Schneemobil nicht übernommen. Konkret gilt gemäß Paragraf 131 Absatz 4 des Allgemeinen Sozialversicherungs-Gesetzes in Österreich: „Bergungskosten und die Kosten der Beförderung bis ins Tal werden bei Unfällen in Ausübung von Sport und Touristik nicht ersetzt.“

… sowie beim Krankenrücktransport

Übrigens werden auch die Kosten für einen Krankenrücktransport aus dem Ausland nach Deutschland in der Regel nicht von der GKV übernommen. Darauf weist explizit auch der GKV-Spitzenverband in allen Merkblättern zu den verschiedenen Ländern hin. Eine Absicherung des zum Teil sehr hohen Kostenrisikos von Rettungs-, Bergungs- und Sucheinsätzen im In- und Ausland sowie des Krankenrücktransportes nach Deutschland ist jedoch möglich.

Mit einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung lassen sich je nach Vertragsvereinbarung im Ausland anfallende medizinisch notwendige Kosten wie Arzt- und Klinikkosten, Rettungs-, Such- und Bergungskosten sowie Krankenrücktransport-Kosten absichern. Zudem können in einer privaten Unfallversicherungs-Police meist optional auch Bergungs- und Suchkosten, die im In- oder auch im Ausland anfallen, mitversichert werden.

Vor diesen Vampiren sollte man wirklich Angst haben

(verpd) Dracula und Co. können einpacken, denn wirklich gefährlich sind ganz andere Blutsauger, nämlich die Zecken, die im vergangenen Jahr aufgrund der Trockenheit und Wärme hierzulande sehr gute Bedingungen vorfanden. Dementsprechend hoch sind die Fallzahlen der übertragenen Krankheiten. Experten erklären, was für jeden Einzelnen zum Thema Zecken wichtig ist.

Letztes Jahr war für die Zecken ein Rekordjahr, was laut Experten an den gestiegenen Temperaturen der letzten Jahre und insbesondere an den milden Wintern liegt. Doch nicht nur das Aufkommen der Blutsauger war im vergangenen Jahr immens, sondern auch die Krankheiten, die von den Tieren übertragen werden. Allein an der von Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankten 2018 nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 583 Menschen – der bisherige Höchststand.

Die Virenerkrankung FSME kann zu einer Hirnhautentzündung führen, da sich das Virus innerhalb weniger Wochen im zentralen Nervensystem ausbreiten kann. FSME, im Anfangsstadium gerne mit einer Sommergrippe verwechselt, lässt sich nicht mit Medikamenten behandeln und kann schwere gesundheitliche Auswirkungen haben, wie hohes Fieber, Kopfschmerzen, Sprach- und Schluckbeschwerden, Nackensteife, Lähmungen, Krampfanfällen und Koma. FSME kann sogar tödlich enden.

Impfungen in FMSE-Risikogebieten dringend angeraten

Die Anzahl der sogenannten FMSE-Risikogebiete, das sind Regionen, in denen in einem Zeitraum von fünf Jahren mehr als fünf FSME-Fälle pro 100.000 Einwohner registriert wurden, steigt von Jahr zu Jahr.

Um es deutlich zu machen: Risikogebiet bedeutet nicht, dass alle Zecken in diesen Regionen diese Viren aufweisen, sodass die Wahrscheinlichkeit einer FSME-Infektion nach einem Zeckenstich in den Risikogebieten bei 1 zu 50 bis 1 zu 100 liegt, so die Experten der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband.

Gefährlich ist ein Zeckenstich in einem FSME-Risikogebiet dennoch. Aktuell sind es 161 Land- und Stadtkreise, die nach Angaben des RKI als FSME-Risikogebiete gelten. Die meisten davon befinden sich in Bayern und Baden-Württemberg, doch auch Teile von Südhessen, Regionen in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Sachsen und Thüringen sind als Risikogebiete eingestuft. Im Ausland gibt es ebenfalls zahlreiche FSME-Risikogebiete, zum Beispiel in Österreich, Polen, Ungarn, Tschechien und Dänemark.

Die FSME-Impfung

Den besten vorbeugenden Schutz vor FSME bietet laut Experten des RKI eine entsprechende FSME-Impfung, die aus drei Einzelimpfungen besteht. Empfohlen wird die Impfung allen, die sich in einem FSME-Risikogebiet aufhalten, also zum Beispiel dort wohnen, arbeiten oder im Urlaub sind.

Eine derartige Impfung ist unter anderem auch deshalb zu empfehlen, da ein Zeckenbiss nicht der einzige Übertragungsweg für FSME ist. „Im Jahr 2016 machte ein Fall Schlagzeilen, bei dem zwei Menschen nach dem Genuss von Rohmilchkäse aus Ziegenmilch erkrankten“, berichtet Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin der Universität Hohenheim.

Im Jahr 2017 erkrankten acht Personen nach dem Genuss von Ziegenrohmilch. Besonders gefährlich: „Von 100 Personen, die von infizierten Zecken gebissen werden, bricht die Krankheit bei 30 Personen aus. Bei infizierter Rohmilch beobachten wir den Krankheitsausbruch bei 100 von 100 Personen“, so Prof. Dr. Mackenstedt.

Borreliose – jede dritte Zecke ist Überträger

Deutschlandweit hat ungefähr jede dritte Zecke Borrelien in sich. Diese Bakterien können bei einem Stich auf das Opfer übertragen werden, wobei es keine Impfung gibt, die vor der Borreliose, auch als Lyme-Borreliose bekannt, schützt. Da die Krankheit im Unterschied zu FSME nicht meldepflichtig ist, gibt es aktuell nur Schätzungen zu den Fallzahlen. Experten gehen aber von 50.000 bis 100.000 Fällen pro Jahr aus.

Um eine Übertragung und einen Ausbruch der Krankheit zu verhindern, ist es wichtig, dass man sich vor einem Zeckenstich schützt. Wenn man doch gestochen wurde, muss die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Die Erreger gehen typischerweise nämlich erst zwölf bis 24 Stunden nach einem Stich auf den Menschen über. Ob man bei einem Stich mit den Bakterien infiziert wurde, zeigt sich oft erst nach Tagen oder Wochen direkt an der Bissstelle oder aber auch an anderen Körperstellen und zwar durch eine ringförmige rötliche Hautveränderung, die sogenannte Wanderröte.

Tritt diese auf, sollte man vom Arzt mit einem speziellen Antibiotikum gegen Borrelien behandelt werden. Die Spätfolgen dieser chronisch und in Schüben verlaufenden Multisystemkrankheit, die sich auf praktisch jedes Organ, das Nervensystem, die Gelenke und das Körpergewebe auswirken kann, können nämlich dramatisch sein. Sie reichen von einer halbseitigen Gesichtslähmung über Gehirn-, Hirnhaut- oder Herzmuskelentzündungen bis zu Störungen des Tastsinns und Sehstörungen.

Wenn man von einer Zecke gestochen wurde …

Zecken können neben FSME und der Borreliose zahlreiche weitere Krankheiten übertragen. Der beste Schutz heißt deshalb: verhindern, dass man gestochen wird. Deshalb sollte man im Garten, auf Wiesen und Feldern und im Wald am besten geschlossene Kleidung, also feste Schuhe, lange Hosen und eine Oberbekleidung mit langen Ärmeln tragen. Außerdem empfiehlt es sich, die Hosenbeine in die Socken zu stecken, sodass die Haut nicht so leicht erreicht werden kann. Trotzdem sollte man nach einem Aufenthalt im Freien den Körper und die Kleidung stets nach Zecken absuchen.

Wurde man gestochen, empfiehlt es sich zum Entfernen der Zecke eine Zeckenzange, eine Zeckenkarte oder einen Zecken-Kuhfuß zu verwenden und anschließend die Stichstelle gründlich zu desinfizieren. Konnten Teile des Blutsaugers nicht entfernt werden, treten Hautrötungen auf oder wurde man in einem FSME-Risikogebiet gestochen, empfiehlt es sich grundsätzlich, einen Arzt zu rate ziehen.

Übrigens: Seit einiger Zeit ist auch die tropische Hyalomma-Zecke, die doppelt bis dreimal so groß wie unsere heimischen ist, hierzulande zu finden. Prof. Dr. Ute Mackenstedt betont, dass diese auch die Erreger des sogenannten Krim-Kongo Hämorrhagischen Fiebers, des Arabisch Hämorrhagischen Fiebers und eine Form des Zecken-Fleckfiebers übertragen kann. Um die Ausbreitung der Hyalomma-Zecke zu erforschen, bittet sie um Mithilfe: „Wir sind dankbar um jede eingesandte Hyalomma-Zecke, die wir im Labor erforschen können.“ Mehr dazu online auf der Website der Universität Hohenheim.

Wenn der Motorradfahrer ohne Schutzkleidung unterwegs ist

(verpd) Allein die Tatsache, dass durch das Tragen von Schutzkleidung mögliche Verletzungen eines Motorradfahrers vermieden oder zumindest gemindert werden können, führt nicht prinzipiell zu einem Mitverschulden eines verunglückten Bikers. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main entschieden (Az.: 2-01 S 118/17).

Der Entscheidung lag die Klage eines Motorradfahrers zugrunde, der durch das Verschulden eines anderen Verkehrsteilnehmers einen Verkehrsunfall erlitten hatte. Bei dem Unfall zog sich der Biker erhebliche Beinverletzungen zu und verklagte dementsprechend den Unfallverursacher auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Der Kfz-Versicherer des Unfallverursachers räumte zwar die alleinige Haftung seines Versicherungsnehmers ein, wollte jedoch die Schmerzensgeldansprüche des Klägers erheblich kürzen. Das begründete der Kfz-Versicherer damit, dass der Kläger zum Unfallzeitpunkt lediglich eine Armeestoffhose, nicht aber eine seine Beine schützende Hose getragen hat. Er sei daher selbst für die Schwere seiner Verletzung verantwortlich.

Eine Frage des allgemeinen Verkehrsbewusstseins

Die Verweigerung des Versicherers hielten jedoch weder das in erster Instanz mit dem Fall befasste Frankfurter Amtsgericht noch das Landgericht (LG) der Stadt am Main für rechtens. Beide Gerichte gaben der Klage des Verletzten auf Zahlung eines weiteren Schmerzensgeldes in Höhe von 2.000 Euro statt. Nach Ansicht der Richter richtet sich die Sorgfaltspflicht von Verkehrsteilnehmern nicht allein nach geschriebenen Normen wie etwa der Helmpflicht.

Maßstab sei vielmehr, „ob ein Verletzter diejenige Sorgfalt außer Acht gelassen hat, die ein ordentlicher und verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens anzuwenden pflegt“. Das wiederum richte sich nach dem allgemeinen Verkehrsbewusstsein des betroffenen Personenkreises.

Ein solches Bewusstsein könne nicht aus dem Erkenntnisstand, dass und wie Schutzkleidung die Sicherheit verbessert, oder der Empfehlung von Verbänden hergeleitet werden.

Kein generelles Mitverschulden

Denn das würde darauf hinauslaufen, dass ein Mitverschulden generell dann bejaht werden muss, wenn ein Geschädigter nicht objektiv sinnvolle und allgemein zugängliche Schutzmöglichkeiten gewählt hat. Das aber würde bedeuten, dass es im Falle eines Unfalls immer und ausnahmslos ein Mitverschulden begründen würde, trüge man keinen Helm beim Radfahren oder keine Oberkörperprotektoren beim Skifahren.

Davon könne aber auch nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht ausgegangen werden. In der entschiedenen Sache ging es um die Klage eines Harley-Davidson-Fahrers. Diese Fahrer aber würden nach Ansicht der Richter im Vergleich zu den Fahrern anderer großmotoriger Krafträder typischerweise weniger schnell fahren. Die Motorräder würden in der Regel vielmehr zum „Cruisen“, das heißt zu einem moderaten Fahrstil genutzt.

Es könne folglich beim Fahren einer Harley Davidson nicht davon ausgegangen werden, dass das allgemeine Verkehrsbewusstsein dazu vorhanden ist, dass, um Verletzungen zu vermeiden, Schutzkleidung getragen werden muss. Das Gericht sah keine Veranlassung, eine Revision gegen seine Entscheidung zuzulassen.

Uneinheitliche Rechtsprechung

Laut LG Frankfurt gilt demnach: „Ein allgemeines Verkehrsbewusstsein zum Tragen von Motorradschutzkleidung an den Beinen kann nicht schon aus einem reduzierten Verletzungsrisiko hergeleitet werden. Kann ein dahingehendes Verkehrsbewusstsein den tatsächlichen Umständen und Gepflogenheiten der betroffenen Verkehrsteilnehmer nicht entnommen werden (hier: Fahrer einer Harley Davidson), ist ein Mitverschulden des geschädigten Motorradfahrers nicht feststellbar.“

Wie das Urteil zeigt, kommt es maßgeblich auf die einzelnen Umstände an. Dies zeigt auch ein Gerichtsurteil des Brandenburgischen Oberlandesgerichts (Az.: 12 U 29/09) in einem ähnlichen Fall. Hier wurde nämlich einem am Unfall eigentlich unschuldigen Biker ein Mitverschulden an seinen Verletzungen aufgrund einer fehlenden Schutzhose angerechnet.

Grundsätzlich empfiehlt sich eine ausreichende Schutzkleidung für Biker, also nicht nur ein vorgeschriebener Helm, sondern auch eine spezielle Schutzkleidung wie Motorradjacke, -hose, -schuhe und Handschuhe nicht nur aus rechtlicher Sicht, sondern auch zum besseren Eigenschutz.

Wann ein Kfz-Fahrer immer für einen Unfall mithaftet

 (verpd) Ein Autofahrer, der einen unachtsam die Straße überquerenden Fußgänger anfährt, kann selbst dann, wenn ihm selbst kein Verschulden nachgewiesen werden kann, aus der Betriebsgefahr seines Fahrzeugs haften. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf hervor (Az.: I-1 U 196/14).

Ein Mann war in Begleitung seiner Frau, als er bei schlechten Sicht- und Witterungsverhältnissen über eine Straße ging. Dabei wurde er von einem Pkw erfasst und schwer verletzt. Da der Mann im öffentlichen Dienst tätig war, übernahm die für ihn zuständige Beihilfestelle 70 Prozent der Kosten der unfallbedingt notwendigen stationären und ambulanten Behandlung sowie der danach anfallenden Pflegekosten.

Allerdings verklagte die Beihilfestelle den Unfallfahrer beziehungsweise seine Kfz-Haftpflichtversicherung, bei der das Auto, mit dem der Mann angefahren wurde, versichert war, auf einen entsprechenden Ersatz der Kosten. Die Beihilfestelle behauptete, dass der Fahrer des Pkws ohne eingeschaltetes Abblendlicht unterwegs gewesen wäre und zudem angesichts der äußeren Gegebenheiten zu schnell gefahren und daher allein für den Unfall verantwortlich sei.

Grob verkehrswidriges Verhalten

Dieser Anschuldigung wollten sich die Richter des Düsseldorfer Oberlandesgerichts nicht anschließen. Sie gaben der Klage der Beihilfestellung daher nur in geringem Umfang statt. Das Gericht war nach der Beweisaufnahme nämlich überzeugt, dass sich der Verletzte beim Überqueren der Straße grob verkehrswidrig im Sinne von Paragraf 25 Absatz 3 StVO (Straßenverkehrsordnung) verhalten hatte.

Denn selbst wenn man unterstellen würde, dass das Licht an dem Fahrzeug des beklagten Autofahrers zum Unfallzeitpunkt nicht eingeschaltet gewesen war, hätte der Fußgänger den Pkw nach Aussage eines Sachverständigen bereits aus einer Entfernung von 50 Metern wahrnehmen können.

Sollte das Abblendlicht eingeschaltet gewesen sein, was das Gericht für sehr wahrscheinlich hielt, so sei das Fahrzeug sogar aus einer Entfernung von 60 Metern erkennbar gewesen. Unter diesen Umständen hätte der Mann jedoch nicht versuchen dürfen, die Fahrbahn vor dem Fahrzeug zu überqueren. Denn ein Fußgänger müsse beim Überqueren einer Fahrbahn, auf welcher der Fahrzeugverkehr grundsätzlich Vorrang hat, besondere Vorsicht walten lassen.

Haftung aus Betriebsgefahr

Dem Autofahrer könne auch nicht zum Vorwurf gemacht werden, zu schnell gefahren zu sein. Denn an der Unfallstelle sei eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern erlaubt gewesen.

Die Richter gingen dennoch von einer Haftung aus der Betriebsgefahr des Pkws aus. Denn ein sogenannter „Idealfahrer“ hätte den Unfall nach den Feststellungen des Sachverständigen bei weit vorausschauender und überobligatorisch vorsichtiger Fahrweise möglicherweise verhindern können.

Der Kfz-Haftpflichtversicherer des Pkw-Fahrers beziehungsweise des Unfallautos wurde daher dazu verurteilt, sich mit einer Quote von 20 Prozent an den Aufwendungen der Beihilfestelle zu beteiligen. Das Gericht sah keine Veranlassung, ein Rechtsmittel gegen seine Entscheidung zuzulassen.

Informationen zu den Verbraucherrechten

(verpd) Der Verbraucherschutz ist enorm wichtig, denn ohne diesen hätte der Einzelne nur wenig Chancen, sich gegen die teils unseriösen Machenschaften so mancher Produkt- oder Dienstleistungs-Anbieter zu wehren. Daher informieren unter anderem einige Bundesministerien und sonstige Institutionen umfassend über die Verbraucherrechte.

Es gibt zahlreiche teils öffentlich gewordene Fälle in der Vergangenheit, die belegen, wie wichtig ein ausreichender Verbraucherschutz ist: vom Gammelfleischskandal über Abzockfallen im Internet, unlauteren Werbeversprechen oder bewusst manipulierten Produkten bis hin zu unzulässigen Klauseln in Miet-, Reise- oder sonstigen Verträgen. Doch nur ein Bürger, der weiß, was ihm zusteht und wie er sich gegen Unrecht wehren kann, profitiert von den teils europaweiten Verbraucherrechten.

Umfassende Informationen dazu bietet das Verbraucherportal „Wissen wappnet“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV). Die Website enthält umfassende Hintergrund-Informationen, Hinweise auf die Rechtsgrundlagen, Praxisbeispiele sowie Tipps, Broschüren und weiterführende Links zu den Themen „Konsum im Alltag“, „Finanzen und Versicherungen“, „Urlaub und Reisen“, „Digitales und Telekommunikation“ und „Wohnen und Energie“.

Vom Widerrufsrecht …

Im Bereich „Konsum im Alltag“ wird zum Beispiel auf die Möglichkeit eines 14-tägigen Widerrufsrechts bei Warenbestellungen, die außerhalb eines Ladengeschäfts, also zum Beispiel online, per Telefon oder an der Haustür erfolgten, hingewiesen. Ausführlich werden unter anderem die Themen Garantie und GewährleistungOnlineshopping und die Besonderheiten beim Streamen und beim Download von digitalen Inhalten behandelt. Zudem gibt es Tipps, was man bei unerlaubten Werbeanrufen oder ungerechtfertigten Rechnungen tun kann.

Im Menüpunkt „Verbraucher-Informationen“ wird der Verbraucher zum einen darüber informiert, wie er im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens Streitigkeiten mit einem Unternehmen kostenlos außergerichtlich klären kann. Zum anderen werden weitere Verbraucherschutz-Portale genannt, darunter das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ), welches unter anderem umfassend die Verbraucherrechte innerhalb der Europäischen Union beim Einkaufen und auf Reisen beschreibt.

Die App des EVZ „Mit Erfolg reklamieren“ zeigt beispielsweise, worauf in den einzelnen EU-Ländern zu achten ist, wenn man sein Gewährleistungsrecht bei einer im Ausland gekauften Ware gelten machen möchte. Ein anderes Webportal einer offiziellen Institution, nämlich des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), gibt neben Sicherheitstipps zum Umgang mit dem Internet, auch Ratschläge, wie man sich gegen Internetkriminelle wehrt.

… bis zur Bedeutung der einzelnen Labels

Zum Thema Label, Siegel und Gütezeichen gibt es ebenfalls interessante Websites und Apps. Das Webportal des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungwww.siegelklarheit.de und die dazugehörige App informieren, wofür die verschiedenen Produktsiegel, die es beispielsweise für Lebensmittel, Textilien, Reinigungsmittel und Mobiltelefone gibt, stehen. Umfassende Auskünfte zu Labels enthält auch das vom BMVJ geförderte Webportal der Verbraucher Initiative e.V. www.label-online.de sowie die entsprechende App.

Wer sicherstellen möchte, dass er seine Rechte als Verbraucher ohne Kostenrisiko notfalls gerichtlich durchsetzen kann, dem hilft eine Privatrechtsschutz-Versicherung weiter.

So sind im Rahmen des Vertragsrechtsschutzes, der in der Regel in einer solchen Police enthalten ist, beispielsweise auch Streitigkeiten aus Verträgen eines Verbrauchers mitversichert. Dazu gehören zum Beispiel Kaufverträge für Gebrauchsgegenstände, aber auch Verträge über den Personentransport zum Beispiel mittels Bus, Bahn oder Flugzeug sowie die Buchung eines Pauschalurlaubes. Wichtig ist, sich bereits vor oder bei der ersten Beratung durch einen Rechtsanwalt eine entsprechende Leistungszusage des Rechtsschutz-Versicherers einzuholen.

Hilfe bei Heuschnupfen und anderen Allergien

(verpd) Die Zahl der Allergiker ist laut Experten in den westlichen Industriestaaten in den vergangenen Jahrzehnten um das Zwanzigfache angewachsen. Aktuell leidet rund ein Drittel aller Erwachsenen alleine hierzulande an irgendwelchen Allergien. Ein Internetportal, das unter anderem vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt wird, informiert und gibt hilfreiche Tipps, wie man Allergien vorbeugt, aber auch worauf Betroffene und Angehörige achten sollten, um eine Verschlimmerung zu verhindern.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkranken hierzulande mehr als ein Fünftel der Kinder und mehr als ein Drittel der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens an mindestens einer Allergie.

Dabei sind Jungen zunächst häufiger betroffen als Mädchen. Bei den Erwachsenen haben aber Frauen mit 35 Prozent häufiger mit Allergien zu kämpfen als Männer (24 Prozent). Bei den Erwachsenen sind Heuschnupfen (15 Prozent), Asthma (neun Prozent) und Kontaktekzeme (acht Prozent) besonders verbreitet. Bei den Kindern liegt Heuschnupfen (neun Prozent) anteilsmäßig vor Neurodermitis (sechs Prozent) und Asthma (vier Prozent).

Informatives Webportal zum Thema Allergien

Vom Prinzip her ist eine Allergie ein Leiden, das auf einer fehlgeleiteten Abwehrreaktion des Körpers basiert – kurz gesagt: Es geht um eine Überreaktion des Immunsystems. Betroffene zeigen bei einer Allergie teils unterschiedliche und vielfältige Symptome. Das reicht von tränenden Augen, einer laufenden Nase und Hautausschlägen über Atemnot aufgrund angeschwollener Schleimhäute bis hin zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock.

Allergien sind daher oft mit hohen Einbußen an Lebensqualität für die Betroffenen verbunden. Das Internetportal www.allergieinformationsdienst.de liefert zu zahlreichen Allergien detaillierte Informationen und gibt Tipps, die den Betroffenen das Leben mit der Allergie erleichtern sollen.

Zudem findet man hier Hinweise, was man vorbeugend beachten sollte, damit es nicht zu einer Verschlimmerung einer bestehenden Allergie kommt. Das genannte Webportal wird vom Helmholtz Zentrums München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), einer Forschungseinrichtung des Bundes und des Freistaats Bayern mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheitbetrieben.

Tipps für Betroffene von Heuschnupfen

Dr. Volker Melichar vom Allergiezentrum Erlangen und Oberarzt im Universitätsklinikum Erlangen zur Herkunft des Begriffs Heuschnupfen: „Er stammt aus dem 19. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde erstmals beobachtet, dass Menschen beim Kontakt mit Gras oder Heu schnupfenartige Reaktionen zeigten. Eigentlich handelt es sich bei Heuschnupfen aber um eine Allergie gegen Pollenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide oder Kräutern.“

Für Betroffene gilt: Sie sollten herausfinden, gegen welche Pollenarten oder -familien sie allergisch sind, um dann den Kontrakt mit diesen zu reduzieren. Ein hilfreiches Hausmittel kann dabei Vaseline sein, die man rund um die Nasenlöcher aufträgt. Die Vaseline soll die Pollenpartikel auffangen, bevor sie in den Körper eindringen und damit auch, bevor es zu einer Reaktion kommt. Zudem gibt es für viele Pkw-Modelle auch Pollenfilter für das Auto, zum Teil sogar zum Nachrüsten.

Lüften sollte man auf dem Land übrigens am Abend. Dort ist morgens nämlich die Pollenkonzentration am höchsten, während es in der Stadt genau andersherum ist. Daher ist es in der Stadt eher sinnvoller morgens lüften. Grundsätzlich gilt aber: Beim kurzen Lüften kommen weniger Pollen in die Wohnung, als wenn das Fenster länger offen steht, so die Experten des genannten Portals. Je nach Schwere der Allergie kann auch eine medikamentöse Behandlung und/oder eine spezielle Immuntherapie notwendig sein.

Vorbeugen lohnt sich

Der Webauftritt des Helmholtz Zentrums München widmet sich aber nicht nur den unterschiedlichen Allergien, Krankheitsbildern und Therapien, sondern geht auch detailliert auf mögliche Präventionsmaßnahmen ein. Dabei beginnt die Primärprävention bereits vor der Geburt, denn bereits die Ernährung der Mutter und ob sie raucht hat einen Einfluss auf das Risiko, eine Allergie zu entwickeln. Nach der Geburt sollte die Umgebung des Kindes möglichst frei von Luftschadstoffen wie Zigarettenrauch sowie Verkehrsabgasen, aber auch von Schimmelsporen sein.

Hunde können dafür Allergien sogar vorbeugen, wie ebenfalls Studien zeigen. Demnach sind Kinder, die mit Hunden aufwachsen, deutlich besser gegen Allergien geschützt als andere. Offensichtlich wird durch das Zusammenleben mit dem Hund das Immunsystem gegen Allergien trainiert. Bei Katzen gilt das nicht. Experten empfehlen sogar bei Kindern, bei denen bereits Allergien in der Familie aufgetreten sind, auf eine Haltung von Katzen zu verzichten, da hier ein erhöhtes Ekzemrisiko besteht, wie dem Allergieportal zu entnehmen ist.

Abgerundet wird das genannte Webportal durch zahlreiche herunterladbare Checklisten, Faltblätter und Informationsflyer. Verlinkungen zum aktuellen Pollenflugindex des Deutschen Wetterdienstes, zu Selbsthilfegruppen, Verbänden und zu Schulungsangeboten runden das Infoportal ab.

Die Regionen mit dem höchsten Fahrraddiebstahlrisiko

(verpd) Letztes Jahr wurden nach Angaben des Bundeskriminalamtes mehr als 292.000 Fahrräder in Deutschland gestohlen, das sind über 800 Räder pro Tag. Die Aufklärungsrate bei diesen Diebstählen ist niedrig. Von je 100 Fällen wurden deutschlandweit nicht einmal zehn aufgeklärt. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede beim Diebstahlrisiko in Relation zur Einwohnerzahl und auch bei der Aufklärungsquote je nach Bundesland und sogar je nach Land- oder Stadtkreis.

Wie der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 (PKS 2018), die vor Kurzem vom Bundeskriminalamt veröffentlicht wurde, zu entnehmen ist, wurden letztes Jahr 292.015 Fahrräder als gestohlen gemeldet. Das sind fast 2,7 Prozent weniger als noch in 2017 und zugleich der niedrigste Stand seit 1987 – frühere Jahre sind in der PKS 2018 nicht aufgeführt. Die meisten Fahrraddiebstähle in diesem Zeitraum wurden 1994 mit fast 529.763 Fällen verzeichnet.

Insgesamt sind letztes Jahr in Relation zur Einwohnerzahl hierzulande 353 Fahrräder je 100.000 Einwohner gestohlen worden – 1992 war die Klaurate mit 672 Velos je 100.000 Einwohner im Vergleich zu den letzten 30 Jahren am höchsten. Die Aufklärungsrate war mit 9,3 Prozent in 2018 um 0,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Von 100 Fahrraddiebstählen wurden somit nicht einmal zehn aufgeklärt. Allerdings sind weder das Diebstahlrisiko noch die Aufklärungsquoten deutschlandweit einheitlich.

Velo-Klaurate und Aufklärungsquote je Bundesland

Betrachtet man die Bundesländer, gab es die meisten gestohlenen Fahrräder in Relation zu den Einwohnern in Bremen mit 1.053 geklauten Velos je 100.000 Einwohner. Mit deutlichem Abstand folgten Berlin mit 837, Hamburg mit 749 und Sachsen-Anhalt mit 553 gestohlenen Fahrrädern pro 100.000 Einwohner. Über dem deutschlandweiten Durchschnitt lagen zudem Brandenburg mit 496, Sachsen mit 465, Schleswig-Holstein mit 424, Niedersachsen mit 403 und Nordrhein-Westfalen mit 397 widerrechtlich entwendeten Fahrrädern pro 100.000 Einwohner.

Eine geringere Klaurate als im Bundesdurchschnitt hatten dagegen Mecklenburg-Vorpommern mit 337, Bayern mit 214, Baden-Württemberg mit 211, Hessen mit 211, Thüringen mit 197, Rheinland-Pfalz mit 168 und das Saarland mit 107 gestohlenen Velos pro 100.000 Einwohner. Das Bundesland mit der niedrigsten Klaurate, nämlich das Saarland, hatte in 2018 die höchste Aufklärungsquote mit 16,1 Prozent. Weit bessere Aufklärungsquoten als im Bundesdurchschnitt hatten auch Thüringen (15,1 Prozent), Hessen (14,1 Prozent) und Niedersachsen (13,4 Prozent).

Auch Sachsen (11,7 Prozent), Bayern (11,6 Prozent), Rheinland-Pfalz (11,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (10,9 Prozent) und Brandenburg (10,9 Prozent) lagen über der deutschlandweiten Aufklärungsquote. Weniger Fahrraddiebstähle als im Bundesdurchschnitt wurden dagegen in Schleswig-Holstein (9,0 Prozent), Baden-Württemberg (8,6 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (8,3 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (8,2 Prozent) aufgeklärt. Nicht einmal halb so hoch wie im Bundesdurchschnitt waren die Aufklärungsquoten in Bremen (4,2 Prozent), in Berlin (4,0 Prozent) und in Hamburg (3,3 Prozent).

In diesen Regionen sind besonders viele Fahrraddiebe aktiv

Die PKS 2018 hat zudem die Diebstahlrate für jeden der insgesamt 294 Landkreisen/Kreisen sowie der 107 kreisfreien Städte ermittelt. Auffällig ist, dass unter den 50 Landkreisen/Kreisen und kreisfreien Städten mit den höchsten Klauraten 40 kreisfreie Städte und nur zehn Landkreise/Kreise sind. Dagegen sind es bei den 50 Landkreisen/Kreisen und kreisfreien Städten mit den niedrigsten Klauraten nur zwei kreisfreie Städte, dafür aber 48 Landkreise oder Kreise.

Die sieben höchsten Klauraten mit zum Teil weit über 1.000 Fahrraddiebstählen je 100.000 Einwohner wiesen in 2018 folgende kreisfreien Städte – Landkreise und Kreise waren nicht darunter – auf: Halle (Saale) (Klaurate: 1.534), Leipzig (Klaurate: 1.509), Münster (Klaurate: 1.398), Magdeburg (Klaurate: 1.333), Potsdam (Klaurate: 1.130), Bremen (Klaurate: 1.070), Osnabrück (Klaurate: 1.026). Die Pätze acht bis zehn belegten die kreisfreien Städte Bremerhaven mit 963, Emden mit 945 und der Kreis Borken mit 940 entwendeten Fahrrädern je 100.000 Einwohner.

Die elf Regionen mit den niedrigsten Diebstahlraten waren allesamt Landkreise. Konkret waren dies die Landkreise Altenkirchen (Westerwald), Westerwaldkreis und St. Wendel mit je 33, Hof mit 31, Birkenfeld mit 30, Südwestpfalz mit 27, Bayreuth mit 24, Vulkaneifel mit 21, Regen mit 19, Eifelkreis Bitburg-Prüm mit 18 und Freyung-Grafenau mit 13 geklauten Velos je 100.000 Bürger.

Der passende finanzielle Schutz im Falle des Falles

Übrigens kann der finanzielle Schaden, der durch ein geklautes Fahrrad – das bei einem Diebstahl, bei dem ein Fahrradschloss oder eine Kellertüre aufgebrochen wird, um das Velo zu klauen – entsteht, mit einer passenden Versicherungspolice abgesichert werden. Möglich ist dies entweder über die Hausratversicherung oder über spezielle Fahrradversicherungs-Policen.

In manchen Hausrat-Policen besteht jedoch je nach Vereinbarung nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr kein Versicherungsschutz für das Bike, wenn es in dieser Zeit nicht genutzt wird. Zudem kann es eine Einschränkung des Versicherungsschutzes auf die im Versicherungsschein genannten Orte wie Wohnung, Garage und Keller geben.

Umfassender ist häufig der Versicherungsschutz bei speziellen Fahrradversicherungen. Je nach Vertragsvereinbarung kann hier ein entsprechender Fahrraddiebstahl überall und um die Uhr versichert sein. In solchen Policen ist es zum Teil auch möglich, Schäden am Fahrrad, die durch Vandalismus oder auch durch selbst verursachte Unfälle oder Stürze entstanden sind, abzusichern.

Die Grenzen des gesetzlichen Unfallschutzes im Homeoffice

 (verpd) Als normaler Arbeitnehmer ist man bei Wege- und Arbeitsunfällen über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Dies gilt im Prinzip auch, wenn man von zu Hause aus seinem Beruf nachgeht. Allerdings ist die Abgrenzung oftmals schwierig, inwieweit ein Unfall im Homeoffice als Arbeitsunfall und nicht als Freizeitunfall gewertet wird. Bei Freizeitunfällen besteht jedoch im Gegensatz zu den Arbeitsunfällen kein gesetzlicher Unfallschutz.

Wer von zu Hause aus arbeitet, steht bei Tätigkeiten für den Beruf wie auch ein Arbeitnehmer bei einem normalen Arbeitsplatz in der Firma des Arbeitgebers unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Denn bei einem Arbeitsunfall spielt es für den gesetzlichen Unfallschutz keine Rolle, an welchem Ort sich hierzulande der Arbeitsplatz befindet. Damit ein Unfall rechtlich als Arbeitsunfall zählt, muss er sich jedoch im Zusammenhang mit einer beruflichen und damit versicherten Tätigkeit ereignet haben.

„Der Versicherungsschutz schließt alle im inneren Zusammenhang mit der Arbeitsaufgabe stehenden Tätigkeiten ein“, wie diesbezüglich in der Broschüre „Telearbeit“ der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft(VBG), einem Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, zu lesen ist. Zu diesen versicherten Tätigkeiten gehören alle Aufgaben, die im Arbeitsvertrag geregelt sind, aber auch alle Handlungen, die notwendig sind, um diese beruflichen Pflichten erledigen zu können. Allerdings ist die Abgrenzung, was zur beruflichen oder bereits zur privaten Tätigkeit zählt, nicht einfach.

Arbeitsunfälle …

Ein Unfall im Homeoffice, der sich ereignet, während der Arbeitnehmer im Keller Druckerpapier holt oder Arbeitsgeräte wie Drucker und PC im heimischen Arbeitszimmer aufstellt oder instand setzt, ist auch laut Rechtsprechung als Arbeitsunfall zu werten. Dies gilt jedoch nicht für private Tätigkeiten, zum Beispiel, wenn der Beschäftigte das Arbeitszimmer verlässt, um sich ein Getränk aus der Küche zu holen, und dabei in den Privaträumen wie Flur oder Küche verunfallt.

Besonders gravierend ist der Unterschied zwischen dem gesetzlichen Unfallschutz im Rahmen von Homeoffice oder einem normalen Arbeitsplatz innerhalb der Firma des Arbeitgebers bei einem Unfall, der sich auf dem Weg zur Toilette oder zum Mittagessen ereignet. So sind laut diversen Gerichtsurteilen Unfälle auf dem Weg zur Toilette oder zur Küche im Homeoffice nicht gesetzlich unfallversichert.

Anders bei einem Arbeitnehmer im Betrieb, hier steht der Weg innerhalb des Firmenanwesens des Arbeitgebers vom Arbeitsplatz zur Kantine oder zur Toilette unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Übrigens zählt ein Unfall auf der Toilette oder beim Essen, also in den Toilettenräumen oder in der Küche oder Kantine, weder beim Beschäftigten im Homeoffice noch bei einem normalen Arbeitnehmer im Betrieb als Arbeitsunfall.

… und Wegeunfälle beim Homeoffice

Ein Arbeitnehmer, der von seinem Wohnort zu seiner Arbeitsstelle oder von dort aus wieder nach Hause fährt, ist auf diesen Wegen im Rahmen eines sogenannten Wegeunfalles gesetzlich unfallversichert.

Auch ein Arbeitnehmer im Homeoffice, der von Zuhause aus zu seinem Arbeitgeber fährt, um zum Beispiel an einer wöchentlichen Konferenz teilzunehmen, steht auf der Hin- und Rückfahrt unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Allerdings gilt in beiden Fällen der gesetzliche Unfallschutz erst, nachdem der Beschäftigte die äußere Haustüre seines Zuhauses verlassen hat.

Stürzt beispielsweise ein Beschäftigter, der im Homeoffice tätig ist, zwischen seinem Arbeitszimmer und der Haustüre, also in den Privaträumen auf dem Weg zur Haustüre, ist er nicht gesetzlich unfallversichert. Grundsätzlich gilt zudem, wer seinen Arbeitsweg wegen einer privaten Verrichtung – beispielsweise, um Nahrungsmittel für den Privatgebrauch einzukaufen – unterbricht oder dafür einen Umweg in Kauf nimmt, ist dabei nicht gesetzlich unfallversichert.

Lückenhafter gesetzlicher Unfallschutz

Die Absicherung durch die gesetzliche Unfallversicherung ist lückenhaft. Es gibt diverse Gerichtsurteile, die belegen, dass zahlreiche Tätigkeiten, die man als Arbeitnehmer im Laufe eines Arbeitstages ausübt – egal, ob am Arbeitsplatz, im Firmengebäude des Arbeitgebers oder zu Hause im Homeoffice – nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fallen.

Doch selbst wenn ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung hat, reichen diese häufig nicht, um unfallbedingte Zusatzkosten und/oder Einkommenslücken ausreichend abzudecken.

Die private Versicherungswirtschaft bietet daher diverse und individuell bedarfsgerechte Lösungen an, um nach einem Unfall trotz eines unzureichenden oder auch fehlenden gesetzlichen Unfallschutzes finanziell ausreichend abgesichert zu sein. So lassen sich zum Beispiel mit einer privaten Unfall-, Erwerbs-, Berufsunfähigkeits- und/oder Krankentagegeld-Versicherung unfallbedingte Einkommensausfälle und Zusatzkosten abdecken.

Notwendiger Fitness-Check für das Fahrrad

(verpd) Viele Fahrräder standen in den letzten Wochen und Monaten ungenutzt in Kellerräumen, Garagen oder Schuppen. Doch wenn ein Rad über längere Zeit nicht genutzt wird, können Rost, korrodierte Kabelverbindungen und Bowdenzüge sowie entwichene Luft in den Reifen zu erheblichen Problemen und zu Sicherheitsmängeln führen.

Sowohl die Spezialisten der Deutschen Verkehrswacht e.V. (DVW) als auch die des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) raten, zum Frühjahr und/oder bevor eine größere Radtour unternommen wird, dieses in einer Fahrradfachwerkstatt gründlich überprüfen zu lassen.

Alternativ hierzu kann man, ein wenig handwerkliches Geschick, Zeit und Werkzeug vorausgesetzt, das Fahrrad aber auch selber durchchecken. Wie das geht und worauf man dabei zu achten hat, dazu liefert der ADFC beispielsweise in seinem Webportal ausführliche Informationen, unter anderem auch in Form eines herunterladbaren Flyers. Was zu einem verkehrssicheren Fahrrad gehört, stellt die DVW in einem übersichtlichen Schaubild zusammen.

Das verkehrssichere Fahrrad

Ein Fahrrad ist laut Straßenverkehrs-Zulassungsordnung nur dann verkehrssicher, wenn es folgende Ausstattung hat: Vorne müssen ein weißer Scheinwerfer und eine weißer Rückstrahler – dieser kann auch im Scheinwerfer integriert sein –, hinten ein rotes Rücklicht und ein roter Rückstrahler (auch in Kombination) vorhanden sein. Alle Leuchten dürfen dynamo-, akku- oder batteriebetrieben sein.

Außerdem muss das Rad an den Pedalen über jeweils zwei Pedalreflektoren, über zwei voneinander unabhängig funktionierende Bremsen sowie über eine Klingel verfügen. Vorgeschrieben sind ferner entweder zwei gelbe Rückstrahler pro Rad – sogenannte Katzenaugen – oder alternativ reflektierende Streifen an den Reifen oder Speichen.

Fehlen oder funktionieren Bremsen, die Beleuchtung oder die Klingel beispielsweise nicht, droht ein Bußgeld zwischen 15 und 20 Euro. Entspricht das Rad nicht den Vorschriften und wird dadurch die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt, drohen laut den Experten des ADFC sogar 80 Euro Bußgeld und ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg. Deshalb und natürlich auch für die eigene Sicherheit sollte nach dem Winter alles kontrolliert und instand gesetzt werden, was zu einem verkehrssicheren Rad gehört.

Erst putzen, dann kontrollieren

Für einen Komplettcheck benötigt man neben etwas Zeit, folgende Ausstattung und Werkzeuge: Wassereimer, Putzmittel, Kettenöl, Bürste und idealerweise ein Multifunktionswerkzeug für Fahrräder. Durchführen sollte man den Check an einem Wochentag, denn an Sonn- und Feiertagen kann man, wenn etwas defekt ist und ersetzt werden muss, dieses kaum bekommen.

In einem ersten Schritt empfehlen die Fahrradexperten des ADFC, das Rad gründlich zu putzen und eine Sichtprüfung vorzunehmen. Hierfür kann man das Rad auch durchaus „auf den Kopf“, also auf Lenker und Sattel stellen. Bei dieser Sichtprüfung sollten unter anderem der Rahmen, die Reifen und Speichen sowie der Lenker nach Defekten kontrolliert werden.

Bei den Reifen lohnt es sich, genau hinzusehen: Sie dürfen nicht beschädigt oder spröde sein und müssen zur eigenen Sicherheit über einen ausreichenden Reifendruck verfügen. Zum Reifendruck: Zumeist ist der minimale und maximale Reifendruck direkt auf der Flanke des Reifens abzulesen – in der Regel sind das zwischen 3,5 und 4,5 bar. Grundsätzlich gilt aber: je schmaler der Reifen, je größer das Gewicht des Fahrers und die zu transportierende Last, desto höher sollte in der Folge der Reifenluftdruck sein. Der optimale Reifendruck hängt auch von der Beschaffenheit der Fahrstrecke ab.

Kostenlose Checkliste

Lichter, Klingel, Bremsen und auch die Schaltung müssen nicht nur vorhanden, sondern auch funktionsfähig sein. Kontrollieren sollte man hierfür unter anderem die Bremsbowdenzüge, die Bremsbeläge und die Schaltzüge. Sollte die Gangschaltung nicht optimal funktionieren, kann man diese nachjustieren. Diverse Anleitungsvideos dazu finden sich bei Youtube (www.youtube.com) mithilfe des Suchbegriffs „Fahrradkettenschaltung einstellen“ unter anderem von Fahrradherstellern, Fahrradfachgeschäften und speziellen Fahrrad-Fachzeitschriften.

Dem sogenannten Lenkkopflager sollte man ebenfalls Beachtung schenken. Es ist das Lager, das die Gabel drehbar mit dem Rahmen verbindet. Dieses Lager darf kein Spiel aufweisen, wenn man den Lenker von einer Seite bis zur anderen bewegt. Gegebenenfalls muss dieses nachgestellt werden.

Zu guter Letzt zur Fahrradkette. Diese gilt es, nach dem Winter von Rost und Schmutz zu reinigen und mit Kettenöl zu schmieren. Eine durchhängende Fahrradkette muss außerdem neu gespannt werden. Übrigens: Wer sichergehen möchte, dass er bei der Überprüfung seines Fahrrades nichts vergisst, kann die detaillierte Checkliste im kostenlosen Ratgeber „Das sichere Fahrrad“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) nutzen.