Wie Radfahrer unfallfrei durch den Winter kommen

Fahrradfahren ist nicht nur gesund, sondern im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln auch günstig. Auch die Corona-Pandemie trägt dazu bei, dass immer mehr mit dem Rad unterwegs sind, als beispielsweise den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Doch gerade im Winter gibt es erhöhte Unfallgefahren für Radfahrer wie glatte Straßen oder schlechte Sichtverhältnisse durch Nebel oder Schnee. Experten erklären, wie sich diese Risiken minimieren lassen.

Wie der „Mobilitätsmonitor 2020“, eine Untersuchung des Instituts für Demoskopie (IfD) Allensbach im Auftrag der Acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften zeigt, nutzen immer mehr hierzulande das Fahrrad. So ist der Anteil derer, die mehrmals im Monat das Fahrrad benutzen, von 56 Prozent in 2019 auf 61 Prozent in 2020 gestiegen. Täglich sind aktuell sogar 22 Prozent mit dem Velo unterwegs, letztes Jahr waren es noch 17 Prozent. Für die Untersuchung wurden 2019 sowie im Juli 2020 jeweils über 1.200 Personen ab 16 Jahren befragt.

Wer auch im Herbst und Winter mit dem Velo unterwegs sein möchte, sollte nach Anraten des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Das Wichtigste ist ein technisch einwandfreies Rad mit einer guten Beleuchtung, eine insbesondere bei schlechten Sichtverhältnissen passende Kleidung sowie eine angepasste Fahrweise.

Die passende Winterausrüstung für das Rad

Prinzipiell sollte ein Fahrrad immer den Vorschriften entsprechen – eine Übersicht, was dazu notwendig ist, gibt es beim ADFC online. Das Velo sollte zum Beispiel mit einer intakten Bremse, einer Klingel und einer funktionierenden Beleuchtung ausgestattet sein. Vorgeschrieben sind ein weißes Front- sowie ein rotes Rücklicht sowie Rückstrahler an den Pedalen. Notwendig sind zudem zwei gelbe Speichenrückstrahler an den Rädern oder weiß reflektierendes Material an Speichen, Felgen oder Reifen.

Bei der Beleuchtung empfehlen die Experten des ADFC moderne LED-Lampen, da sie leistungsstark sind. Für eine bessere Straßenhaftung bei rutschigen Straßen sorgen breite Reifen mit einem groben Profil sowie ein moderat abgesenkter Luftdruck, der noch nicht unter dem vom Hersteller angegebenen Minimaldruck liegt.

Bei Eis und Schnee sind auch spezielle Winterreifen für Velos beziehungsweise Reifen mit Spikes sinnvoll. Um mögliche Stürze zu verhindern hilft es, den Sattel etwas niedriger einzustellen, damit man nach einem unerwarteten Bremsen oder Anhalten schneller mit den Füßen den Boden erreicht.

Der Fahrstil entscheidet maßgeblich über die Sicherheit

Um von anderen Verkehrsteilnehmern frühzeitig erkannt zu werden, sind nicht nur eine funktionierende Beleuchtung sowie die vorgeschriebenen Rückstrahler am Fahrrad wichtig, sondern auch eine zur Jahreszeit passende Kleidung. Insbesondere bei Dunkelheit, aber auch bei Nebel, Regen oder Schnee empfehlen Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V. (DVR) eine helle Kleidung, die am besten mit reflektierenden Streifen versehen ist. Sinnvoll ist auch das Tragen einer Warnweste. Zum Eigenschutz sollte zudem ein Fahrradhelm genutzt werden.

Nicht nur, aber vor allem in der kalten Jahreszeit lässt sich das Unfallrisiko deutlich mit einer an die Witterungs- und Straßenverhältnissen angepassten Fahrweise minimieren. So ist der Bremsweg bei nasser, rutschiger oder eisglatter Fahrbahn um ein Vielfaches länger als bei trockener Straße. In diesen Fällen gilt es, die Geschwindigkeit entsprechend zu reduzieren und die Sicherheitsabstände zu anderen Verkehrsteilnehmern, zu parkenden Fahrzeugen und zur Bordsteinkante zu vergrößern.

Zudem sind unter den genannten Straßenverhältnissen harte Bremsungen und ruckartige Bewegungen am Lenker zu vermeiden, um Stürzen vorzubeugen. Bei extrem eisglatten Straßen oder viel Schnee auf der Fahrbahn kann es aber auch sicherer sein, vom Fahrrad abzusteigen und es auf dem Gehweg zu schieben, damit man nicht sich und andere unnötig gefährdet.(verpd)

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